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Liebe Besucherinnen und Besucher,

In den Sommerferien ist das Stadtarchiv Detmold leider nicht durchgehend besetzt.

Bei Fragen vereinbaren Sie gerne einen Termin.

Der Lesesaal des Landesarchivs NRW Abt. OWL ist wie gewohnt für Sie geöffnet.

 

Eine schöne Sommerzeit wünscht

Ihr Team vom Stadtarchiv Detmold

Stadtgeschichtliches Forschungsprojekt: „Detmold und die Kommunale Neugliederung“

"Als die Dörfer den Aufstand probten" - titelt die Lippische Landeszeitung am 20. Juli 2018 und berichtete über das Geschichtsprojekt: „Detmold und die Kommunale Neugliederung“

Alt-Bürgermeister Friedrich Brakemeier und Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink recherchieren über die Gemeindereform vor knapp 50 Jahren. Die Geburt von „Groß-Detmold“ stieß auf Kritik - so die LZ.

Als der Berlebecker Gemeinderat zum Pickert-Club wurde - auf lz.de (nur mit Zugang): https://www.lz.de/lippe/detmold/22195834_Als-der-Berlebecker-Gemeinderat-zum-Pickert-Club-wurde.html

Friedrich Brakemeier und Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink sind auf der Suche nach weiteren Anekdoten, Dokumenten und vor allem nach Bildern aus der Zeit. Wer so etwas besitzt, darf sehr gerne mit Dr. Bärbel Sunderbrink, Tel. (05231) 766110, Kontakt aufnehmen.

 

#mehralsdagegen

Projekte zum Thema Schülerproteste 1968ff gehen an den Start

Das Projekt #mehralsdagegen ist ein Verbundprojekt mit mehreren Partnern, beteiligt ist auch das Stadtarchiv Detmold, dass einige Exponate zur Verfügung stellt.

#mehralsdagegen

Neues „Rosenland“ erschiehen

Das neue "Rosenland", die digitale Zeitschrift für lippische Geschichte, ist soeben in der 20. Auflage erschienen. In der neuen Ausgabe liegt der Fokus auf den wenigen Jahren zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der angeblichen Friedenszeit der NS-Herrschaft. Zwei Beiträge behandeln Detmolder Themen und sind vor allem aus der Auswertung von Unterlagen des Stadtarchivs Detmold entstanden: Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink analysiert Ursachen und Folgen einer grauenhaften Explosion in einer Munitionsfabrik an der Elisabethstraße 1917. Ein merkwürdig friedliches Bild vermittelt die Werbung für einen Aufenthalt in der lippischen "Sommerfrische", die auf niederländische Touristen abzielte. Ralf-Dieter Wilhelm zeigt Chancen und Erfolge dieser Werbung, bis dieser Fremdenverkehr mit dem deutschen Einmarsch in die Niederlande 1940 zum Erliegen kam.

Zum PDF download: www.rosenland-lippe.de

Europatage in Detmold

Europatage im Stadtarchiv

Dienstag, 8. Mai 2018, 19:30 Uhr: „Wilhelm Storost Vydunas und die deutsch-litauischen Beziehungen“ – Vortrag von Miroslav Danys, Pfarrer a. D.,

im Landesarchiv NRW/Abt.OWL/Stadtarchiv Detmold, Willi-Hofmann-Str. 2, Detmold.

Vor fünf Jahren wurde in Detmold an der Burse ein Denkmal eingeweiht. Den, dem es gewidmet ist, kannten damals nur wenige: Dr. Wilhelm Storost-Vydunas. Seine sterblichen Überreste waren Jahre zuvor auf dem alten Detmolder Friedhof an der Blomberger Straße exhumiert und nach Litauen überführt worden. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, welche Persönlichkeit ihre letzten Lebensjahre in Detmold verbracht hatte: Vydunas gilt als der bekannteste litauische Nationaldichter des 20. Jahrhunderts.

Als er 1953 in seiner Detmolder Wohnung im Alter von 85 Jahren starb, war es sein größter Wunsch, in seiner Heimat bestattet zu werden. 1991 sollte sich dieser Wunsch erfüllen. Als die litauischen Behörden 2013 über die deutsche Botschaft in Wilna die Stadt ersuchten, eine Gedenktafel zu Ehren Vydunas anbringen zu lassen, waren es Stadtarchivar Dr. Andreas Ruppert und Pfarrer Dr. Miroslav Danys, die sich diesem Anliegen annahmen. Wie kein anderer hat Pfarrer Dr. Miroslav Danys sich mit dem Werk des Schriftstellers und Philosophen auseinandergesetzt und dabei stets das Völkerverständigende betont. Somit ist das Thema des  Abends „Wilhelm Storost Vydunas und die deutsch-litauischen Beziehungen“ wie zugeschnitten auf das Datum 8. Mai.

Erinnern und Gedenken: Emotionale Momente und Begegnungen

Was hat Detmold mit dem Warschauer Ghetto zu tun? Diese Frage stand am Anfang einer fünftägigen Gedenkreise, die die Lippische Landeskirche und die Stadt Detmold gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. aus Anlass des 75. Jahrestages der Niederschlagung des Warschauer Ghetto-Aufstandes initiierte.

Mehr dazu unter www. detmold . de

und auf der Seite von Erinnern und Gedenken: Detmold.de

Ausstellung im Landesarchiv verlängert bis zum 30. Mai 2018

Kennen Sie Jürgen Stroop? Und was hat Detmold mit dem Warschauer Ghetto zu tun? Antworten auf diese Fragen gibt die Ausstellung "Detmold und das Warschauer Ghetto", die noch bis zum 27.April in den Räumen des Landesarchivs NRW, Abteilung OWL in der Willi-Hofmann-Straße 2 gezeigt wird.

Konzipiert wurde die Ausstellung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Erinnern und Gedenken" zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar von Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink in enger Kooperation mit der Archivpädagogin des Landesarchivs Heike Fiedler. Als das Warschauer Ghetto im April 1943 aufgelöst werden sollte, war es der Detmolder SS- und Polizeiführer Jürgen Stroop, der diese "Aktion" leitete. 56.000 Menschen wurden dabei umgebracht. Stroops Bericht mit dem Titel "Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr!" dokumentiert sein brutales Vorgehen. Über den Täter Jürgen Stroop, aber vor allem über die 32 Opfer aus Detmold informiert die Ausstellung.

Die deutschen Besatzungstruppen hatten nach dem Überfall auf Polen 1940 in Warschau ein Ghetto eingerichtet. Auf engstem Raum wurden insgesamt eine halbe Millionen Menschen eingepfercht, zunächst polnische Juden, später auch Juden aus dem Deutschen Reich - auch aus Lippe und 32 Menschen aus Detmold. Im Rahmen der "Endlösung der Judenfrage" sollte das Ghetto aufgelöst und die Menschen ins extra dazu eingerichtete Vernichtungslager nach Treblinka gebracht werden. Am 19. April 1943 begann die Räumung des Ghettos. Himmler hatte den als durchsetzungsstark geltenden SS-Brigadeführer Jürgen Stroop zum Leiter dieser "Aktion" bestimmt. Als es zu bewaffnetem Widerstand kam, setzte Stroop schwere Geschütze ein. Die Menschen im Ghetto hatten keine Chance gegen die deutsche Übermacht.

Jürgen Stroop erklärte die "Aktion" am 16. Mai 1943 mit der Sprengung der Großen Synagoge für beendet. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich Jürgen Stroop vor einem US-Militärgericht wegen der Ermordung amerikanischer Flieger verantworten. Nach Beendigung des Prozesses wurde er nach Polen ausgeliefert. Dort hat ihn das höchste polnische Gericht für seine Verbrechen im Warschauer Ghetto zum Tode verurteilt.

Die Ausstellung wurde verlängert bis zum 30.Mai 2018 im Landesarchiv NRW/Stadtarchiv Detmold, Willi-Hofmann-Str. 2. (Mo 8-19 Uhr, Di-Do 8-16 Uhr, Fr 8-13 Uhr) Führungen durch die Ausstellung und archivpädagogische Projekte auf Anfrage (05231/766-0).

75 Jahre Niederschlagung Warschauer Ghetto Aufstand

Rund 140 Gäste besuchten den Vortrag "75 Jahre Niederschlagung Warschauer Ghetto Aufstand" von Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink.

Als das Warschauer Ghetto im April 1943 aufgelöst werden sollte, war es der Detmolder SS- und Polizeiführer Jürgen Stroop, der diese „Aktion“ leitete. 56.000 Menschen wurden dabei umgebracht. Stroops Bericht mit dem Titel „Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr!“ dokumentiert sein brutales Vorgehen.

Über den Täter Jürgen Stroop, aber auch über die 32 Opfer aus Detmold wird im Stadtarchiv Detmold und im Landesarchiv NRW, Abt. OWL, bis Ende Mai (verlängert!) die Ausstellung „Detmold und das Warschauer Ghetto“ gezeigt.

 

 

Gästeführerverein Detmold zu Gast

Der „Gästeführerverein Detmold“ hat im Landesarchiv Detmold (Abteilung OWL) eine Fortbildung in Kommunikationstechniken veranstaltet. Die LZ berichtete.

Schüler des Felix-Fechenbach-Berufskollegs zeigen digitale Medienpräsentation

Archivarin Dr. Bärbel Sunderbrink bedankt sich bei den Schülern des Felix-Fechenbach-Berufskollegs und Schulleiter Wolfgang Wilden im Namen der Stadt Detmold für die Erstellung einer Medienpräsentation zum Warschauer Ghetto.
Foto: Matthias Schultes

Schülerinnen und Schüler des Felix-Fechenbach-Berufskollegs stellten im Landesarchiv NRW, Abt. OWL und im Stadtarchiv Detmold ihre Projektarbeit zum Warschauer Ghetto vor. Die digitale Medienpräsentation wird nun die Ausstellung "Detmold und das Warschauer Ghetto" ergänzen. Ein SS-Mann aus Detmold, Jürgen Stroop, führte das Kommando, als vor 75 Jahren das Warschauer Ghetto geräumt wurde.

Für ihre Präsentation haben Schüler das Wirken des SS- und Polizeiführers Jürgen Stroop mit Bildern aus seinem berüchtigten Bericht "Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr" dokumentiert. Er ließ im Ghetto Haus für Haus durchkämmen. Die jüdischen Widerstandskämpfer hatten gegen den Einsatz schwerer Waffen keine Chance. Nach sechs Wochen war der ungleiche Kampf verloren. In ihrer Bilddokumentation stellen die Schüler dem Wirken Stroops das Schicksal einzelner Opfer gegenüber. Zeugnisse unter anderem der Biografien von Emil Ringelblum, Archivar des Untergrundarchivs des Warschauer Ghettos, und Mary Berg, einer Holocaustüberlebenden, wechseln mit Bilderzyklen anonymer Opfer, die meist in den Vernichtungslagern den Tod fanden.

Die Idee zu dem Schülerprojekt entstand im Rahmen der Vorbereitung der zentralen Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer der NS-Herrschaft am 27. Januar, der in diesem Jahr vom Felix-Fechenbach-Berufskolleg ausgerichtet worden war. Erarbeitet wurde die Bilddokumentation im Religionskurs des beruflichen Gymnasium unter Anleitung von Priscilla Slabon. Unterstützung fanden die Schüler bei Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink und Archivpädagogin Heike Fiedler.

"Wie war so etwas in Deutschland möglich? Und wie können wir den Opfern und Hinterbliebenen gegenüber treten?" Diese von Dr. Volker Hirsch, Landesarchiv NRW, Abt. OWL gestellten Fragen, begleitete die Schülerschaft auch während ihrer Arbeit fortdauernd. Die Schüler betonten, dass die Beschäftigung mit den Biographien die NS-Verbrechen für sie greifbarer gemacht haben. In der Diskussion mit Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink um eine angemessene Gedenkkultur sind sich die Schüler einig: "Eine Aufklärung über die Täter sollte in solchen historischen Projekten stattfinden, nicht über öffentliche Erinnerungstafeln. Das öffentliche Gedenken soll den Opfern vorbehalten bleiben."

Schulleiter Wolfgang Wilden lobte die Arbeit der Schülerinnen und Schüler, die die "Installation mit viel auch außerunterrichtlichem Engagement vorbereitet haben." Ihm ist es wichtig, dass solche Projekte auch in Zukunft durchgeführt werden. "Es gilt durch diese Erinnerungskultur die Bedeutsamkeit und die Schutzwürdigkeit unserer Demokratie zu unterstreichen."

Die Ausstellung "Detmold und das Warschauer Ghetto" ist noch bis zum 27. April 2018 im Landesarchiv NRW, Abt. OWL und im Stadtarchiv Detmold, Willi-Hofmann-Str. 2, zu sehen.

Das Detmolder Explosionsunglück von 1917

Eine Fabrik fliegt in die Luft.

Vortrag von Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink im Genealogischer Arbeitskreis

Mittwoch, 7. März, 20 Uhr, Willi-Hofmann-Str. 2 (Landesarchiv NRW, Abt. OWL), Detmold. 

Mitten im Ersten Weltkrieg siedelten sich 1916 die "Fürstlich Lippischen Staatswerkstätten" an der Elisabethstraße in Detmold an. Die Munitionsfabrik hatte noch kein ganzes Jahr produziert, als es am 31. Mai 1917 zu einer schweren Explosion kam. Dr. Bärbel Sunderbrink, Archivarin der Stadt Detmold, ordnet das Ereignis in den Zusammenhang der Kriegswirtschaft und des Hindenburgprogramms ein und berichtet über die Schicksale der 72 zumeist jugendlichen Opfer.

 

 

Ausstellung: Nichts ist aktueller als die Geschichte

Geschichte zum Anfassen live in Blomberg: Fritz Herzberg, der sich später Fred nannte, gelang es im Februar 1939 Deutschland mit einem Kindertransport zu verlassen. Hintergrund war die beginnende Verfolgung der Juden – die Eltern des damals 17-jährigen, der eigentlich schon fast zu alt für einen Kindertransport gewesen war, machten sich die Entscheidung das Kind zu entsenden bestimmt nicht leicht...

Mehr zur Ausstellung unter  blomberg-voices.de

 

Historikerin Löw referiert über das Ringelblum-Archiv

Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink (l.) begrüßt auch im Namen des NHV die Referentin Dr. Andrea Löw

Dr. Andrea Löw stellte das Ringelblum-Archiv und Zeugnisse vom Leben und Sterben von 1940 bis 1943 vor

 

Passend zur Ausstellung „Detmold und das Warschauer Ghetto – Opfer und Täter“ im Landesarchiv und Stadtarchiv hat Historikerin Dr. Andrea Löw über das Ringelblum-Archiv des Warschauer Ghettos referiert. Vor mehr als 100 Gästen informierte die stellvertretende Leiterin des Instituts für Zeitgeschichte München über das Leben und Sterben polnischer Juden im Ghetto.

„Die Bedeutung des Untergrund-Archivs für die Erforschung der Geschichte der Juden im besetzten Polen kann kaum überschätzt werden. Die Sammlung gehört heute zum wichtigsten Quellenbestand, der uns zu diesem Thema erhalten geblieben ist. Die Arbeit der Untergrundgruppe ist eine der bedeutendsten Formen des nicht-militärischen Widerstandes  von Juden in der Zeit des Zweiten Weltkrieges“, sagte Löw.

Die Lippische Landeszeitung berichtete: Archivmaterial über das Ghetto aus dem Untergrund  

100 Jahre Frauenwahlrecht

November 1918 - die Stunde der Frauen.

Vier Jahre hatten Frauen während des Ersten Weltkriegs in der Heimat für die Familien gesorgt und gleichzeitig die Arbeitsplätze der Männer übernommen, die als Soldaten an die Front gezogen waren. Politische Rechte hatten sie aber nicht. In der Revolution von 1918 ging das abgewirtschaftete Kaiserreich zu Ende. Die neue Staatsform, die Demokratie, ebnete den Weg zum lang geforderten Frauenwahlrecht. Dass Frauen am 19. Januar 1919 erstmals an die Wahlurnen treten konnten, gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern.  

 

Dr. Bärbel Sunderbrink, Detmolder Stadtarchivarin, erinnert an die heftigen Auseinandersetzungen, die es um die Einführung des Frauenwahlrechts gegeben hat. Sie berichtet von Frauen, die sich engagierten, damit die Frauen ihr neues Recht auch wahrnahmen und schildert die Schwierigkeiten, als Politikerin akzeptiert zu werden.  

Datum: Do., 01.03.2018 18:30 - 21:45 Uhr

Ort: Aula · Eingang über Residenzhotel Paulinenstr. 19, Detmold

Eintritt: Vorverkauf: 3,00 €, Abendkasse: 5,00 € (Karten sind in den VHS-Geschäftsstellen erhältlich)

Zum FLYER 100 Jahre Frauenwahlrecht

 

 

Detmold und das Warschauer Ghetto

Eine Ausstellung erinnert an Opfer und Täter

 Als das Warschauer Ghetto im April 1943 aufgelöst werden sollte, war es der Detmolder SS- und Polizeiführer Jürgen Stroop, der diese „Aktion“ leitete. 56.000 Menschen wurden dabei umgebracht. Stroops Bericht mit dem Titel „Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr!“ dokumentiert sein brutales Vorgehen. Über den Täter Jürgen Stroop, aber auch über die 32 Opfer aus Detmold wird im Stadtarchiv Detmold und im Landesarchiv NRW, Abt. OWL, bis zum 27. April die Ausstellung „Detmold und das Warschauer Ghetto“ gezeigt.

Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink, die in enger Kooperation mit der Archivpädagogin des Landesarchivs, Heike Fiedler, die Ausstellung konzipiert hat, erläuterte anlässlich der Eröffnung die Hintergründe des Geschehens:

Die deutschen Besatzungstruppen hatten nach dem Überfall auf Polen 1940 in Warschau ein Ghetto eingerichtet. Auf engstem Raum wurden insgesamt eine halbe Millionen Menschen eingepfercht, zunächst polnische Juden, später auch Juden aus dem Deutschen Reich - auch aus Lippe und Detmold. Im Rahmen der „Endlösung der Judenfrage“ sollte das Ghetto aufgelöst und die Menschen ins extra dazu eingerichtete Vernichtungslager nach Treblinka gebracht werden.

Im März 1942 wurden aus dem Gestapo-Bezirk Bielefeld, zu dem auch Lippe gehörte, 325 Menschen nach Warschau deportiert. Das Detmolder Gedenkbuch führt 32 Menschen auf, die in der Stadt gelebt haben und deren Deportationsziel vermutlich Warschau war. Der Ablauf der Deportation war bürokratisch geregelt: Die Ortspolizei war für die Überstellung der Menschen zu den Sammelstellen verantwortlich. Für die Detmolder ging es in Begleitung eines Polizisten mit dem Zug nach Bielefeld. Ihre letzte Nacht vor dem Abtransport mussten sie im Sammellager „Kyffhäuser“ verbringen, einer Bielefelder Gaststätte am zentral gelegenen Kesselbrink. Am Nachmittag des 31. März 1942 startete ein Güterzug vom Bielefelder Güterbahnhof aus über Hannover und Berlin nach Warschau.

Über das genaue Schicksal der Detmolder Deportierten ist erschreckend wenig bekannt. Briefe mit der Bitte um Hilfe erreichten die Familie Frenkel aus Lemgo: Es heißt darin, es gäbe nichts zu Essen, die Angehörigen würden verhungern. Eine letzte Karte einer Detmolderin stammt von Erna Hamlet. Sie schrieb am 7. Juni 1943 aus Lublin an eine Bielefelder Freundin. Die Postkarte ist in Arolsen beim Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes erhalten geblieben.

Im Winter 1942/43 lebten noch mehr als 50.000 Menschen im Ghetto. Am 19. April 1943 – am Pascha-Fest, aber auch einen Tag vor Hitlers Geburtstag – begann die Räumung des Ghettos. Himmler hatte den als durchsetzungsstark geltenden SS-Brigadeführer Jürgen Stroop zum Leiter dieser „Aktion“ bestimmt. Als es zu bewaffnetem Widerstand kam, setzte Stroop schwere Geschütze ein. Anschließend ließ er das Ghetto systematisch „durchkämmen“ und die Häuser in Brand stecken. Durch ein gut ausgebautes System von geheimen Verbindungskanälen versuchten die Menschen dem Feuer zu entkommen. Kleine Gruppen zumeist junger Männer und Frauen wehrten sich über Wochen erbittert gegen die deutsche Übermacht. Sie hatten keine Chance. Jürgen Stroop erklärte die „Aktion“ am 16. Mai 1943 mit der Sprengung der Großen Synagoge für beendet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich Jürgen Stroop vor einem US-Militärgericht wegen der Ermordung amerikanischer Flieger verantworten. Nach Beendigung des Prozesses wurde er nach Polen ausgeliefert. Dort hat ihn das höchste polnische Gericht für seine Verbrechen im Warschauer Ghetto zum Tode verurteilt.

Bürgermeister Rainer Heller dankte dem Landesarchiv NRW, Abt. OWL, dass es die Anregung der Stadtarchivarin aufgenommen hat, die Ausstellung „Detmold und das Warschauer Ghetto“ mit zu tragen und maßgeblich mit zu gestalten. Er stellte heraus, dass das Archiv ein wichtiger Erinnerungsort für das geschehene Unrecht ist. Er bedankte sich bei Heike Fiedler, Archivpädagogin des Landesarchivs, die mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag für die Vermittlung eines schwierigen Teils der Detmolder Geschichte beitrage.

Heller wies in seinem Grußwort darauf hin, dass es die Strategie der Nationalsozialisten gewesen ist, ihren Opfern alle Menschlichkeit zu nehmen, um die Morde zu rechtfertigen. Durch die Nennung der Detmolder Opfer stelle die Ausstellung die Erinnerung an die Ermordeten in den Mittelpunkt, um ihnen ein Stück ihrer Würde zurück zu geben. Er erinnerte an den Kniefall Willy Brandts am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos 1970, zu dem der ehemalige Bundeskanzler später sagte: „Am Abgrund der deutschen Geschichte und unter der Last der Millionen Ermordeten tat ich, was Menschen tun, wenn die Sprache versagt.“

Zum Abschluss der Veranstaltung stellten Wolfgang von der Burg und Silke Dubilier in den „Szenen aus dem Ghetto“ den berüchtigten Stroop-Bericht und die Erinnerung der Überlebenden Mary Berg in beeindruckender Weise gegenüber.

Die Ausstellung ist bis zum 27. April 2018 im Landesarchiv NRW/Stadtarchiv Detmold, Willi-Hofmann-Str. 2, zu sehen. (Mo 8-19 Uhr, Di-Do 8-16 Uhr, Fr 8-13 Uhr) Führungen durch die Ausstellung und archivpädagogische Projekte auf Anfrage (05231/766-0).

 

Veranstaltungen:

So., 11.2.2018, 11.30 Uhr, Filmwelt, Lange Straße 74, Filmmatinee „Der Pianist“ (Veranstalter: VHS Detmold-Lemgo / Stadtarchiv Detmold)

Mo., 16.4.2018, 19.30 Uhr, Willi-Hofmann-Str. 2: Vortrag Dr. Bärbel Sunderbrink „Ein Mörder aus Detmold. Jürgen Stroop und das Warschauer Ghetto“

(Veranstalter: Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe / Stadtarchiv Detmold / Landesarchiv NRW, Abt. OWL)

Tag der Archive – Tag der offenen Tür

Lippische Archive öffnen ihre Türen - zum Flyer

Sonntag, 4. März 2018, 11-17 Uhr

Archive, Demokratie und Bürgerrechte

Archivarinnen und Archivare stellen ihre Einrichtung vor und bieten Themenführungen an zu Unterlagen, die Demokratie und Bürgerrechte dokumentieren zur Familienforschung zur Ausstellung "Detmold und das Warschauer Ghetto"

15 Uhr: Historiker Prof. Dr. Mark Mersiowski referiert anhand zahlreicher Beispiele über die ältesten, mittelalterlichen Rechnungsbücher aus Lippe.

11-14 Uhr: In der Papiersprechstunde beantwortet die Restauratorin Fragen zum Erhalt von Dokumenten und Büchern. Sie gibt praktische Tipps zur Lagerung und Restaurierung von Briefen, Notizbüchern und Fotoalben. Anmeldung erbeten.

11-17 Uhr: Kinder und Jugendliche können in der Schreibwerkstatt alte Schreibutensilien und Papier kennen lernen und selbst Urkunden erstellen. Die Archivpädagogin führt in nicht mehr bekannte Schriften und Medien ein. Sie zeigt mittels einer extra entwickelten App, was in einem Archiv passiert.

 

Landesarchiv NRW Abt. OWL

Stadtarchiv Detmold  |  Kreisarchiv Lippe  | 

Willi-Hofmann-Straße 2  |  32756 Detmold

Tel.: 05231/766-0  |  E-Mail: owl@lav.nrw.de 

 

 

„Falls keiner von uns überlebt, soll wenigstens das bleiben“

Das Ringelblum-Archiv des Warschauer Ghettos

Montag 29. Januar 2018, 19.30 Uhr, Willi-Hofmann-Str. 2, Landesarchiv NRW, Abt. OWL / Stadtarchiv Detmold / Vortrag Dr. Andrea Löw, Institut für Zeitgeschichte, München

"Falls keiner von uns überlebt, soll wenigstens das bleiben". Das Ringelblum-Archiv des Warschauer Ghettos

Das Untergrund-Archiv aus dem Warschauer Ghetto ist die zentrale Quellensammlung zum Leben und Sterben der polnischen Juden unter nationalsozialistischer Besatzung. Im Geheimen sammelten der Historiker Emanuel Ringelblum und zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die verschiedensten Zeugnisse des Holocaust. In ihrem Vortrag stellt Andrea Löw das Archiv, die Motivation seiner Mitarbeiter und einige der einzigartigen Quellen, die hier geschrieben und gesammelt wurden, vor.

 

 

 

"Detmold und das Warschauer Ghetto"

Rund um den 27. Januar finden auch 2018 Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt.

Die Veranstaltungen im Stadtarchiv und Landesarchiv werden 2018 zum Thema "Detmold und das Warschauer Ghetto" angeboten. Ab dem 16. Januar 2018 wird die Ausstellung "Detmold und das Warschauer Getto - Opfer und Täter" zu sehen sein.

Zum Flyer

 

Dienstag, 16. Januar 2018, 18 Uhr: Eröffnung

Begrüßung: Dr. Johannes Burkardt (Leiter der Abt. OWL des Landesarchivs NRW)

Grußwort: Rainer Heller (Bürgermeister der Stadt Detmold)

Einführung: Heike Fiedler M.A. (Archivpädagogin des Landesarchivs NRW Abt. OWL)

Dr. Bärbel Sunderbrink (Leiterin des Stadtarchivs Detmold)

 

 

PRESSE

Das Westfalen-Blatt berichtete am Mittwoch, 10.01.2018 über die Stroop-Ausstellung unter der Überschrift:

Vor 75 Jahren leitete ein Detmolder die Niederschlagung des Ghetto-Aufstandes
»Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr!«

zum Artikel: Westfalen-Blatt

 

 

Montag, 16. April 2018, 19.30 Uhr, Stadtarchiv Detmold

Ein Mörder aus Detmold: Jürgen Stroop und das Warschauer Ghetto

NS-Täter kamen aus allen Schichten, Milieus und Religionen. Die Frage, was sie zu ihren verbrecherischen Handlungen bewogen hat, ist schwer zu beantworten. In ihrem Vortrag zeichnet Bärbel Sunderbrink den Lebensweg von Jürgen Stroop nach, der in Detmold geboren ist und hier seine prägende Zeit erlebt hat. Der Katasterbeamte machte in der SS Karriere. Im April 1943 erhielt Stroop von Heinrich Himmler den Befehl, den Aufstand im Warschauer Ghetto niederzuschlagen. Sein Bericht über die Zerstörung des Ghettos gehört zu den grausamsten Zeugnissen eines NS-Verbrechers.

Vortrag Dr. Bärbel Sunderbrink, Stadtarchiv Detmold

 

 

 

 

Briten im Film

27. November, 19.30 Uhr, Landesarchiv NRW, Willi-Hofmann-Str. 2, Detmold

Der Naturwissenschaftliche und historische Verein für das Land Lippe präsentiert in Kooperation mit dem Stadtmuseum Paderborn historisches Filmmaterial, das das deutsch-britische Zusammenleben in der Region beleuchtet. Während der WDR-Film "Ihr Herz ist in England" von 1962 in einer Zeit vermehrter Auseinandersetzungen für Verständnis für die britischen Soldaten wirbt, beleuchtet Werner Höcker vom Landesstudio Bielefeld 25 Jahre später das Verhältnis wesentlich kritischer. Höcker dokumentiert das deutsch-britische Zusammenleben in Sennelager 1987. Er thematisiert Probleme wie drohende Arbeitsplatzreduzierungen für Deutsche, Konflikte um den Lärm der Harrier und die Belastungen der Bevölkerung durch Manöver. "Panzer raus" war seinerzeit ein gängiger Slogan. 30 Jahre später wirft die Ausstellung "Briten in Westfalen" im Paderborner Stadtmuseum erneut einen Blick auf das deutsch-britische Verhältnis. Dr. Bettina Blum, die Kuratorin der Ausstellung, in der auch die Detmolder Perspektive präsentiert wird, führt gemeinsam mit Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink in die Filme ein.

 

 

Dr. Bärbel Sunderbrink und Praktikantin Jana Schreiber begutachten ein beschädigtes Objekt.
Foto: Lippisches Landesmuseum
Praxistest: Ein beschädigtes Gemälde wird versorgt. Foto: Lippisches Landesmuseum

Notfallverbund Detmold übt für den „Ernstfall“

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der am Notfallverbund beteiligten Detmolder Kulturguteinrichtungen übten unter Anleitung der Schweizer Textilrestauratorin Karin von Lerber, wie sie im Falle eines Brandes oder Wassereinbruchs beschädigte Gemälde, Möbel, Textilien und Skulpturen in Sicherheit bringen. Ziel der Fortbildung war, sich mit dem Zustand der Materialien nach einem Schadensfall vertraut zu machen und diese zeitnah zu stabilisieren. Frau von Lerber vermittelte dafür die Grundlagen: Krümelt ein angebranntes Pergament, wenn man es anfasst? Darf ich ein nasses Kleid auf einen Bügel hängen? Was passiert mit einem Ölgemälde, wenn es in einer Schlammpfütze gelegen hat? Ein sachgerechter Umgang mit den beschädigten Stücken ist bei der Bergung entscheidend, um weitere Schäden am Objekt zu vermeiden. Dr. Elke Treude, Notfallbeauftrage des Lippischen Landesmuseums: „Es geht darum, möglichst viele Objekte möglichst schnell in einen stabilen Zustand zu bringen. Der Bergungsablauf nach einer klar aufgebauten hierarchischen Struktur, die allen bekannt sein muss, ist das A und O der Bergung“.
Mit diesem Vorwissen gerüstet erfolgte gleich der Praxistest: Die Teilnehmer/innen simulierten am Nachmittag den Katastrophenfall unter Realbedingungen. Sie sahen sich mit durchnässten Objekten konfrontiert und mussten ihre Bergung, Dokumentation und Versorgung organisieren. Die Übung von solchen Schadensereignissen ist ein wichtiger Teil der Arbeit des Detmolder Notfallverbundes. „Natürlich hoffen wir, dass solche Ereignisse nie eintreffen, und versuchen alles, unsere Einrichtungen durch Präventivmaßnahmen zu schützen. An den Schäden, die das Elbehochwasser in Dresden hinterlassen hat, und dem Brand in Weimar sieht man jedoch, dass wir auch für den Katastrophenfall gerüstet sein müssen. Indem wir immer wieder die Abläufe von Bergung und Erstversorgung einüben, bereiten wir uns auf den Einsatz im Ernstfall vor“, so die Sprecherin des Notfallverbundes Dr. Christine Rühling (LLB).
Der Notfallverbund Detmold wurde im Jahr 2015 von sieben Einrichtungen sechs verschiedener Träger (Archiv der Lippischen Landeskirche, Stadtarchiv Detmold, Kreisarchiv Lippe, Landesarchiv NRW/Abt. OWL, Lippische Landesbibliothek, Bibliothek der Hochschule für Musik, Lippisches Landesmuseum) gegründet und leistet kooperative Notfallvorsorge und Notfallhilfe im Falle einer Katastrophe.

Stadtgeschichtliches Projekt: „Detmold und die Kommunale Neugliederung“

Die Detmolder Stadtgeschichte bietet immer wieder Anknüpfungspunkte für interessante Fragestellungen. Im vergangenen Jahr haben sich das Stadtarchiv und die Volkshochschule in Kooperation mit dem Lippischen Heimatbund die annähernd 50 Jahre zurückliegende Kommunale Neugliederung als neues stadtgeschichtliches Projekt vorgenommen. Ziel ist es, über die reinen Fakten hinaus Aufschlüsse über die Wahrnehmungen und die Langzeitwirkungen zu erhalten. Dazu forschen interessierte Bürgerinnen und Bürger und „Experten“ gemeinsam in den Unterlagen des Stadtarchivs und befragen Zeitzeugen.

Ging es in den vergangenen Sitzungen des „stadtgeschichtlichen Projekts“ um die Vorbedingungen und die Widerstände, die der Neugliederung entgegen gebracht wurden, wird im Folgenden nach den Auswirkungen der Reform gefragt. Dabei interessiert z.B., wie neue Infrastruktur auf die Dörfer kam und wie sich das Schulsystem veränderte. Es wird auch untersucht, was die Ortsteile unternahmen, um den Zusammenhalt der Einwohner vor Ort zu stärken. Zeitzeugen und interessierte Bürgerinnen und Bürger sind bei den Treffen willkommen.

Termine: 12. Oktober, 9, November, 14. Dezember,11. Januar, 8. Februar, 8. März, 12. April, 14. Juni, 12. Juli – jeweils 15.30 Uhr – 17 Uhr
Ort: Stadtarchiv Detmold / Landesarchiv Abt. OWL, Willi-Hofmann-Str. 2
Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink, 05231-766110
Altbürgermeister Friedrich Brakemeier, 05231-59920

Kulturstrolche im Archiv

DT BA 3696: Der Marktplatz (1968)

Im Archiv dem Gestern und dem Heute auf der Spur

Zusammen mit den Kulturstrolchen geht es auf Zeitreise. Wie sah Detmold früher aus?! Schülerinnen und Schüler entdecken ihre Stadt wie sie früher einmal aussah. Mit Karten und Bildern von damals.

Das gesamte Angebot finden Sie hier: Kulturstrolche.de

Der Aufbau und die Pflege von Vereinsarchiven

Detmold. Viele Menschen engagieren sich in Vereinen verschiedenster Art. Die vielfältigen Aktivitäten werden zumeist in Vereinsregistraturen und in Protokollen festgehalten. Die Vereine legen Mitgliederlisten an, führen Protokollbücher, sammeln Quittungen und stellen Foto- oder Pressesammlungen zusammen. Die Unterlagen dokumentieren die Vereinsgründungen und die weitere Endwicklung der Vereine und reichen oft weit zurück. Sie sind immer dann besonders gefragt, wenn Jubiläen gefeiert werden sollen.

Das Stadtarchiv Detmold und das Landesarchiv NRW, Abt. OWL haben im Rahmen der Ausstellung „Papier ist nicht geduldig“ einen Workshop veranstaltet, wo sich über 20 Vertreter aus Vereinen der Region über den Aufbau und die Pflege eines Vereinsarchivs informieren konnten.

Zusammen mit Dr. Bärbel Sunderbrink vom Stadtarchiv Detmold und Dr. Johannes Burkhard, Landesarchiv NRW Abteilung OWL, gab Referent Thomas Wolf vom Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein einen Einblick in den Umgang mit den historischen Unterlagen:

Wie stelle ich eine sinnvolle Ordnung her? Wie kann ich die Unterlagen durch eine gute Verpackung und die richtige Lagerung dauerhaft schützen und erhalten? Wie digitalisiere ich die Vereinsunterlagen und wie gehe ich mit Fotografien um? Die Teilnehmenden berichteten von ihren reichhaltigen Sammlungen und holten sich  Tipps von den Archivaren, wie sie ihre Unterlagen aufarbeiten und sichern können.  

Im Blog von Thomas Wolf können Sie Wissenswertes über den Vereinsarchiv-Workshop nachlesen: http://www.siwiarchiv.de/?p=15484

 

 

 

Sammlung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Stadtarchiv

Die LZ berichtet davon, dass die Unterlagen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit jetzt im Stadtarchiv lagern. Dr. Andreas Ruppert hat den Bestand gesichtet und verzeichnet, so dass er für jetzt sicher verwahrt wird.  

LZ vom 21.Juli 2017: Aus zwei Archiven wird eins

Archivkartons oder Digitalisierung?

Der Aufbau und die Pflege von Vereinsarchiven

Viele Menschen engagieren sich in Vereinen, deren Gründung oft weit zurück liegt. Mitgliederlisten, Protokollbücher, Foto- und Pressesammlungen zeugen von den Aktivitäten. Im Workshop erfahren Sie, wie Vereinsarchive sinnvoll aufgebaut und gepflegt werden. Wir informieren über die fachgerechte Verpackung und Lagerung der historischen Unterlagen. Sie lernen das Landesarchiv NRW und das Stadtarchiv Detmold kennen und erfahren, welche Unterlagen dort über das Vereinsleben der Stadt und der Region verwahrt werden.   

Referenten
Dr. Johannes Burkardt, Landesarchiv NRW, Abt. OWL
Dr. Bärbel Sunderbrink, Stadtarchiv Detmold
Thomas Wolf, Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen bitte unter 05231 766-0 oder owllav.nrw.LOESCHE_DIES.de

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Papier ist nicht geduldig“ statt.

http://www.archive.nrw.de/lav/abteilungen/ostwestfalen_lippe/BilderKartenLogosDateien/Dateien/Flyer-Papier-ist-nicht-LAV-DT-WEB.pdf

 

 

 

Rückblick: 31. Mai 1917

Die Lippische Landeszeitung (www.lz.de) berichtete über die Katastrophe, die sich vor einhundert Jahren in Detmold ereignete: 72 Menschen starben am 31. Mai 1917 bei einer Explosion in einer Munitionsfabrik an der Elisabethstraße. 

LZ: Eine Katastrophe wird 100 Jahre alt

 

 

 

 

 

 

Diestelbrucher Ortsgeschichte in 24 Kartons

Die Lippische Landeszeitung (www.lz.de) berichtete am 25. Mai 2017 über die fachgerechte Bearbeitung der Ortsgeschichte Diestelbruchs. Die Unterlagen des Vereins "Unser Diestelbruch" wurden gesichtet, sortiert und verpackt.

LZ: Ortsgeschichte steckt in 24 Kartons

Pivitsheide v.H, Pivitsheide v.L. und die Kommunale Neuordnung

DT BA 3558: Pivitsheide V. L.
Tableau der Gaststätte Eichenkrug um 1950

Im März berichtete Hans-Gerd Kaulvers im „Stadtgeschichtlichen Projekt“ von der Situation im Detmolder Westen, als Ende der 1960er Jahre die Kommunale Neuordnung anstand. Wie andere Gemeinden auch, war man dort keineswegs davon angetan, Juniorpartner der Stadt Detmold zu werden. Die Annäherungen von Pivitsheide v.H. und v.L. waren schon weit gediehen – es hatte bereits einen gemeinsamen Betriebsausflug der Gemeindebediensteten gegeben. Doch dann schwenkte Pivitsheide v.H. um. Es gibt Vermutungen, dass dieses auch mit der Aussicht auf Karrierechancen in der größeren Stadt Detmold zusammenhängen könnte. Die Überlegungen, eine eigene Kommune zu bilden, zerschlugen sich aber auch, weil Augustdorf als Garnisonsstandort aus den Planungen ausschied und damit nicht die gesetzlich geforderte Einwohnerzahl zusammen kam.
Am Donnerstag, 11. Mai 2017, wird um 15.30 Uhr die Veranstaltungsreihe zur Kommunalen Neugliederung im Stadtarchiv, Willi-Hofmann-Straße 2, fortgesetzt. Nachdem einige Zeitzeugen berichtet haben, sollen nun auch historische Unterlagen untersucht werden. Der Initiator des Projekts, Altbürgermeister Friedrich Brakemeier, und Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink laden alle Interessierten ins Stadtarchiv/Landesarchiv NRW ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kontakt: Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink, Telefon: 05231-766110
Altbürgermeister Friedrich Brakemeier, Telefon: 05231-59920.

Stadtrundgang: Hexenverfolgung in Detmold

Wer seine Vergangenheit vergisst, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.  George Santayana 1863 – 1952

Stadtrundgang: Hexenverfolgung in Detmold
Wie in vielen europäischen Ländern kam es in den Städten und Dörfern der Grafschaft Lippe im 17. Jh. zu Hexenverfolgungen. Die meisten Opfer waren Frauen, es traf aber auch Männer, Jugendliche und Kinder.
Umfangreich vorhandenes Aktenmaterial belegt das Schicksal der Anna Maria Tintelnot, Frau eines Bäckers aus Detmold. Verschiedene Quellen berichten über sogenannte Zauberkinder, die als Zeugen in Prozessen auftraten oder selbst angeklagt wurden. Aus ganz Lippe zusammengefasst wurden sie in einem Haus in Detmold interniert. Der Rundgang erläutert nicht nur das Schicksal der Anna Maria Tintelnot, sondern informiert an verschiedenen Stellen über weitere Orte in der Stadt, die im Zusammenhang mit den Hexenverfolgungen in Detmold von Bedeutung waren.
Samstag, 06. Mai 2017 - 15.00 Uhr
Treffpunkt: Detmold, Rosental, am Fuß des Hermanns gegenüber dem Landestheater
Referentin: Gesine Niebuhr

 

 

Vortrag zur Reformation in Westfalen

"Glaube, Recht & Freiheit. Lutheraner und Reformation in Lippe" heißt eine Ausstellung, die Ende August in Lemgo eröffnet wird.

Zuvor findet eine Vortragsreihe statt, die am Mittwoch, 26. April 2017, von Prof. Dr. Werner Freitag (Universität Münster) im Detmolder Schloss eröffnet wird. Der Professor für westfälische und vergleichende Landesgeschichte spricht zum Thema "Die Reformation in Westfalen. Konflikt und Koexistenz in den katholischen Fürstbistümern und in der Grafschaft Lippe".

Das Grußwort spricht Stephan Prinz zur Lippe, die Moderation der Veranstaltung liegt in den Händen von Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink.

Beginn ist um 19.30 Uhr in der Schlosskapelle, der Eintritt ist frei.

Papier ist nicht geduldig

Ausstellung über die Erhaltung von Schriftgut und Grafik vom 3. Juli bis 1. September 2017

Am Donnerstag, 24. August 2017, 14 - 18 Uhr findet im Stadtarchiv ein Workshop zum Thema: Archivkartons oder Digitalisierung? Der Aufbau und die Pflege von Vereinsarchiven, statt.

Hier ist der Flyer zur Ausstellung mit Workshop: Papier ist nicht geduldig

Erinnerung an eine Tragödie

Am 31. Mai 1917 erschütterte Detmold eine Explosion. 72 Menschen, vor allem Mädchen und junge Frauen, kamen bei dem Unglück, bei dem die Munitionsfabrik in der Elisabethstraße in Flammen aufging, ums Leben. Um zum 100. Jahrestag der Explosion an das Geschehen zu erinnern, schrieb Bühnenautor und Regisseur Reiner Woop ein Theaterstück: Die Amateur-Schauspieler von der "Theaterwerkstatt bühnenreif" befinden sich aktuell mitten in den Proben zum Drama "Erschütterung".

Reiner Woop möchte mit seinem Stück das Unglück wieder in Erinnerung rufen. Unterstützt wird Woop in seinem Vorhaben vom Lippischen Heimatbund und vom KulturTeam der Stadt Detmold. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Rainer Heller persönlich übernommen.

Im Fokus des Dramas stehen zwei fiktive Detmolder Familien: Eine Familie stammt aus dem Bürgertum, die andere aus dem Arbeitermilieu. Anhand ihres Alltags werden die Geschehnisse um die Explosion herum nachvollzogen. Als Erzähler fungiert der Kriegsgott Mars. Die einzige historische Figur ist der Fabrikant Walter Kellner, der die Munitionsfabrik leitete.

Uraufgeführt wird das Theaterstück einen Tag nach dem 100. Jahrestag der Explosion. Am Donnerstag, 1. Juni 2017, öffnet sich um 19:30 Uhr im Hangar 21 der Vorhang für das stadthistorische Drama "Erschütterung".

Rahmenprogramm:

Samstag, 20. Mai, 15:30 Uhr - Begleiteter Rundgang über den Detmolder Ehrenfriedhof an der Blomberger Straße mit Dr. Andreas Ruppert, Stadtarchivar Detmold a. D.
Treffpunkt Blomberger Straße/Ecke Schorenstraße
Veranstalter: Stadtarchiv Detmold und Ver.di-Ortsfrauengruppe Lippe

Montag, 29. Mai, 19:30 Uhr - Vortrag von Dr. Bärbel Sunderbrink, Stadtarchivarin Detmold: "Eine Fabrik fliegt in die Luft. Das Detmolder Explosionsunglück von 1917"
Stadtarchiv Detmold/Landesarchiv NRW, Willi-Hofmann-Straße 2
Veranstalter: Stadtarchiv Detmold, Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe

Stadtarchiv und Landesarchiv kooperieren mit dem Grabbe-Gymnasium

Dr. Johannes Burkardt (Landesarchiv, v.l.), Heike Fiedler (Grabbe-Gymnasium und Landesarchiv), Dr. Bärbel Sunderbrink (Stadtarchiv Detmold), Dr. Bettina Joergens (Landesarchiv), Werner Klapproth (Grabbe-Gymnasium)

Die Kooperation des Grabbe-Gymnasiums mit dem Stadtarchiv und dem Landesarchiv hat eine langjährige Tradition, die 2011 mit dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung besiegelt wurde. Verschiedene Schülerjahrgänge haben seitdem zu Recherchen für ihre Facharbeiten den Weg zu den historischen Originalquellen in das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in der Willi-Hofmann-Straße in Detmold gefunden. Zu unterschiedlichen Themen sind Klassen und Kurse auf neuen Pfaden außerhalb des Schulbuches unterwegs gewesen und haben anhand der Quellen vor Ort Regionalgeschichte entdecken und erforschen können.

Die Chance Geschichte unmittelbar erlebbar zu machen, indem auf authentische Dokumente aus Detmold und Umgebung zurückgegriffen werden kann, bietet sich hier in Detmold in fußläufiger Entfernung. Den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Schülerinnen und Schülern steht die Archivpädagogin Heike Fiedler bei ihren Forschungsanliegen zur Seite. Das Grabbe-Gymnasium und das Landesarchiv möchten die bewährte und ertragreiche Zusammenarbeit fortsetzen und mit neuen Impulsen für weitere fünf Jahre verlängern. Mit dabei ist nun auch das Stadtarchiv als offizieller Bildungspartner.

Am 7. April 2017 erfolgte die Unterzeichnung durch den Schulleiter Herrn Werner Klapproth, den Leiter des Landesarchivs NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe Herrn Dr. Johannes Burkardt und der Stadtarchivarin Frau Dr. Bärbel Sunderbrink.

Geschichte und Geschichten über die kommunale Neugliederung in Detmold

Die Lippische Rundschau stellte am 2.4.1968 die Neugliederung vor.

Am Donnerstag, dem 11. Mai 2017, ab 15.30 Uhr wird die Veranstaltungsreihe im Stadtarchiv, Willi-Hofmann-Straße 2, fortgesetzt.

Der Initiator des Projekts, Altbürgermeister Friedrich Brakemeier, und Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink laden Zeitzeugen und alle Interessierten ins Stadtarchiv/Landesarchiv NRW ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das neue stadtgeschichtliche Projekt bringt interessierte Bürgerinnen und Bürger mit "Experten" zusammen. In mehreren Planungstreffen werden Themen rund um die Kommunale Neugliederung bearbeitet und erforscht. Ziel ist es, über die Darstellung der reinen Fakten hinaus Aufschlüsse über die Wahrnehmungen, Widerstände und Langzeitwirkungen der Neugliederung zu erhalten.

Kontakt:

Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink, Telefon: 05231-766110

Altbürgermeister Friedrich Brakemeier, Telefon: 05231-59920.

69. Westfälischer Archivtag in Hamm

Foto: Pia Igelbrink (LWL-Archivamt)

Das Thema des zweitägigen Archivtages: Schaust Du noch oder archivierst Du schon? Fotos und Filme in Archiven interessierte mehr als 300 Archivarinnen und Archivare.

In der ersten Arbeitssitzung der Tagung ging um die Herausforderungen im Umgang mit Fotos und Filmen im Archiv. Die Moderation übernahm Frau Dr. Bärbel Sunderbrink aus dem Stadtarchiv Detmold. Sie stellte die vielfältigen Herausforderungen für Archive und deren Bestände heraus. Dabei wies sie auch auf das Problem der fachgerechten Erschließung und Verwahrung der audiovisuellen Medien hin.

Den ersten Beitrag der Sitzung mit dem Thema „Bilder und Töne bewahren“ hielt Dr. Johannes Kistenich-Zerfaß vom Hessischen Staatsarchiv Darmstadt. Das zweite Referat, von Dr. Nils Brübach vom Hauptstaatsarchiv Dresden, beschäftigte sich mit den Chancen der Erschließung mit Normdaten am Beispiel von Filmen. Der  Beitrag zur Bedeutung audiovisueller Quellen im Kontext von Schule und Medienbildung von Frank Schlegel vom LWL- Medienzentrum für Westfalen in Münster gab Anregungen für digitale Schülerprojekte im Fach Geschichte.

Die Pivitsheider wollten keine Detmolder werden

Geschichte und Geschichten über die kommunale Neugliederung in Detmold

Detmold, wie wir es heute kennen, ist noch keine 50 Jahre alt. Dass die Gebietsreform von 1970 kein Selbstläufer war, darüber berichteten im Stadtarchiv Detmold Erhard Friesenhan, der die Neugliederung als junger Kommunalbeamter erlebt hat. Rolf Bender ergänzte, wie schwierig sich die Zusammenführung des Verwaltungspersonals gestaltete. Dr. Bärbel Sunderbrink konnte anhand der Unterlagen aus dem Archiv zeigen, dass es auch Probleme bei der Übergabe der Akten gab. In Heiligenkirchen wurden sogar Unterlagen bewusst zurückgehalten. Bis heute sind daher Lücken in der Überlieferung einiger Gemeinden zu verzeichnen.

Günter Schütte, bis zuletzt Ratsherr im noch selbständigen Berlebeck, beschrieb anschaulich, dass es bei der Neugliederung auch um die finanzielle Ausstattung der Gemeinden ging. Als florierender Gewerbe- und Fremdenverkehrsort sah man sich auf der Verliererseite der Neugliederung. Diese Wahrnehmung wurde dadurch verstärkt, dass in dieser Zeit die lukrative Heimarbeit zurückging – viele Familien hatten sich zuvor bei Weidmüller ein Zusatzeinkommen verschaffen können. Außerdem blieben mit dem Umbruch im Fremdenverkehr Pensionsgäste weg.

Am Donnerstag, dem 9. März 2017, 15.30 Uhr wird die Veranstaltungsreihe im Stadtarchiv, Willi-Hofmann-Straße 2, fortgesetzt. Dann wird Hans-Gerd Kaulvers aus Pivitsheide v.H. von der Situation im Detmolder Westen berichten. Auch dort war man keineswegs davon angetan, Juniorpartner der großen Stadt Detmold zu werden.

 Der Initiator des Projekts, Altbürgermeister Friedrich Brakemeier, und Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink laden Zeitzeugen und alle Interessierten ins Stadtarchiv/Landesarchiv NRW ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Stadtgeschichtliches Projekt "Detmold und die Kommunale Neugliederung"

Abbildung: Karikatur zur Neugliederung in NRW

Die Detmolder Stadtgeschichte bietet immer wieder Anknüpfungspunkte für interessante Fragestellungen. Nun haben sich das Stadtarchiv und die Volkshochschule in Kooperation mit dem Lippischen Heimatbund und dem Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe die annähernd 50 Jahre zurückliegende Kommunale Neugliederung als neues stadtgeschichtliches Projekt vorgenommen. Die Gebietsreform hat bis heute spürbare Veränderungen für die Stadt Detmold gebracht, die nun historisch aufgearbeitet werden sollen.

Die Bundesrepublik der 1960er Jahre erlebte einen ungeheuren Planungsboom, den auch die Stadt Detmold und ihr Umland zu spüren bekamen. Durch die Gebietsreform von 1970 wurden 25 Gemeinden mit der Stadt Detmold zusammengeschlossen. Es veränderte sich aber nicht nur der Zuschnitt des Stadtgebiets, die Struktur der Verwaltung und die Zusammensetzung des Stadtrates. Die Kontroversen um die kommunale Neugliederung haben auch das Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger verändert und die Identität der einzelnen Ortsteile gestärkt.

Auftaktveranstaltung in der VHS

Zum Auftakt referierte am 8. Dezember 2016 Prof. Dr. Sabine Mecking, eine versierte Kennerin der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen, über die Spannungen zwischen den rational angelegten Planungsverfahren der Gebietsreform und dem emotionalen Bürgerwillen, der sich dagegen stellte. Sie berichtete über zahlreiche Proteste und Widerstände und fragte nach den Folgen der Reform.

Planungstreffen zum stadtgeschichtlichen Projekt "Detmold und die Kommunale Neugliederung"

Das neue stadtgeschichtliche Projekt bringt interessierte Bürgerinnen und Bürger mit "Experten" zusammen. In mehreren Planungstreffen werden Themen rund um die Kommunale Neugliederung bearbeitet und erforscht. Ziel ist es, über die Darstellung der reinen Fakten hinaus Aufschlüsse über die Wahrnehmungen, Widerstände und Langzeitwirkungen der Neugliederung zu erhalten.

Termine: 9.2. / 9.3. / 11.5. / 8.6. / 13.7.2017 jeweils 15.30- 17.00 Uhr im Stadtarchiv.

Kontakt:

Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink, Telefon: 05231-766110

Altbürgermeister Friedrich Brakemeier, Telefon: 05231-59920.

Infoveranstaltung für angehende Stadtführer im Stadtarchiv

DT BA 176: Marktplatz (1910)
Dr. Andreas Ruppert

Die Tourist-Info Detmold führt regelmäßig Schulungen für angehende Stadtführerinnen und Stadtführer durch. Am 21. Februar kamen 22 Interessierte ins Stadtarchiv, um sich einen Einblick in die Detmolder Stadtgeschichte zu verschaffen. Dr. Bärbel Sunderbrink begrüßte die angehenden Stadtführerinnen und Stadtführer und stellte das Archiv als „Gedächtnis der Stadt“ vor. Sie verwies dabei auf die Verantwortung für einen angemessenen Umgang mit stadtgeschichtlichen Themen, auch wenn diese nicht immer anekdotenhaft zu vermitteln sein. Gerade in einer von ihrer Geschichte so sehr geprägten Stadt wie Detmold sollten die Stadtführerinnen und Stadtführer sich Kenntnisse über historischen Entwicklungen und Hintergründen aneignen, wobei das Stadtarchiv gerne überstütze.
In einem spannenden Vortrag informierte Dr. Andreas Ruppert über die Entwicklung Detmolds seit seiner Gründung. Er machte auf die Unsicherheit der Daten zur frühen Stadtgeschichte aufmerksam, beschrieb anhand von Plänen und Abbildungen die Elemente der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt und erinnerte an die Andreasmesse als dem ältesten Jahrmarkt der Stadt. Im zweiten Teil widmete sich Ruppert der neuzeitlichen Entwicklung: er beschrieb die Versorgung der Stadt mit Wasser, den Bau des Friedrichstaler Kanals, die Gründung der Neustadt, die klassizistische Stadterweiterung seit den 1830er Jahren sowie die Veränderungen durch die Bahnanbindung und die Straßenbahn. Er verwies auf die kulturellen Impulse durch die Söhne der Stadt Christian Dietrich Grabbe, Ferdinand Freiligrath und Georg Weerth und sowie auf das Wirken von Albert Lortzing und Johannes Brahms. Ein weiteres Thema waren die politischen Veränderungen durch die Standeserhöhungen der Herren zur Lippe sowie die Revolution von 1918, mit der Lippe zum Freistaat und Detmold zum Sitz einer demokratischen Regierung wurde.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, sich über die stadtgeschichtliche Literatur zu informieren und Fragen zu historischen Themen zu stellen. Das große Themenfeld der Stadterneuerung seit dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere das Bürgerengagement für den Erhalt der historischen Kernstadt konnten dabei nur gestreift werden.

Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink präsentiert Dokumente zu Staatsminister Hans-Joachim Riecke

Im Rahmen der Veranstaltungen zum "Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus" am 27. Januar 2017 hatten das Stadtarchiv Detmold und das Landesarchiv NRW/Abt. OWL im Foyer des Hauses ausgewählte Dokumente zu NS-Tätern und Opfern zusammengetragen. Für das Stadtarchiv Detmold stand dabei Hans-Joachim Riecke im Fokus, der von 1933 bis 1936 in Detmold gelebt und gewirkt hat.

Der Diplom-Landwirt Hans-Joachim Riecke, 1899 in Dresden geboren, wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 als lippischer Staatsminister eingesetzt. Anfang August 1933 veranlasste er die Überstellung des Journalisten und NS-Gegners Felix Fechenbach aus der Detmolder „Schutzhaft“ ins KZ Dachau. Während des Transports wurde Fechenbach ermordet.

1936 verließ Riecke Lippe und wurde Ministerialdirektor im Reichsernährungsministerium. 1941 stieg er zum Kriegsverwaltungschef in Görings Vierjahresplanbehörde auf und entwickelte Pläne zur Ausbeutung der Nahrungsressourcen im besetzten Osten. Der massenhafte Raub von Lebensmitteln zugunsten der Wehrmacht und der deutschen Zivilbevölkerung bedeutete für Millionen sowjetischer Menschen den Hungertod. Nach dem Krieg wurde Riecke Top-Manager bei dem führenden deutschen Agrarhandelsunternehmen Alfred C. Toepfer und widmete sich in wissenschaftlichen Publikationen den Problemen der Welternährung. Hans-Joachim Riecke starb 1986 hochgeachtet in Hamburg.

Mehr als 150 Schülerinnen und Schüler aus Detmolder Schulen haben die Präsentation besucht. Dr. Bärbel Sunderbrink las mit ihnen Auszüge aus dem "Felix-Fechenbach-Buch", das die Familie dem Stadtarchiv Detmold zu diesem Zweck übergeben hat. Den bedrückenden Schilderungen über die Ermordung des Regimegegners stellte die Stadtarchivarin das Resümee Hans-Joachim Rieckes gegenüber, mit dem dieser seine Lebensbeschreibung abschloss: "Ich bin's zufrieden". Die Schülerinnen und Schüler nutzten die gegensätzlichen Dokumente, um sich mit NS-Verbrechen, der Selbstwahrnehmung von Tätern und der Integrität archivischer Quellen auseinander zu setzen.  

Weiterführende Literatur: Wigbert Benz, Hans-Joachim Riecke, NS-Staatssekretär. Vom Hungerplaner vor, zum "Welternährer" nach 1945, Berlin 2014   

Filmmatinee „Mich kriegt ihr nicht!“ in der Filmwelt Detmold

Eine Kooperation des Stadtarchivs Detmold und der VHS Detmold-Lemgo

Die abenteuerliche Flucht des Manfred Weil durften die Zuschauerinnen und Zuschauer am 29. Januar 2017 in der "Filmwelt Detmold" mit verfolgen. Manfred Weil, Kölner Jung, Maler und Jude, floh vor dem NS-Regime. Seine Odyssee führte ihn nach Belgien, Frankreich, in die Schweiz - und nach Detmold. Als belgischer Zivilarbeiter getarnt lebte er einige Zeit in der Stadt. Als das Risiko, dass seine wahre Identität entdeckt würde, zu groß wurde, musste er weiterziehen. Vor seinem Tod im Jahr 2015 konnte Manfred Weil zusammen mit dem Regisseur Werner Müller und dem ehemaligen Detmolder Stadtarchivar Dr. Andreas Ruppert die Spuren, die er in Detmold hinterließ, entschlüsseln und für einen bemerkenswerten Dokumentarfilm aufbereiten. Mit der Filmmatinee "'Mich kriegt ihr nicht!' - Die abenteuerliche Odyssee des Manfred Weil" fand dieser Film zurück nach Detmold. Moderiert wurde die Filmmatinee von Stadtarchivar a. D. Dr. Andreas Ruppert. Als besonderer Gast wurde der Regisseur des Films, Werner Müller, begrüßt. Dieser lernte Weil durch einen Zufall kennen: "Ich habe eines seiner Bilder geerbt und wollte wissen, wer der Künstler ist. Von seiner Geschichte wusste ich da noch gar nichts." Aus dem Zufall wurde eine Freundschaft und so erfuhr Werner Müller nach und nach, wie Manfred Weil den Nazis entkommen konnte. Gemeinsam entschlossen sie sich, seine Flucht in aufreibenden 120 Minuten zu dokumentieren. Fünf Jahre dauerten die Arbeiten für den Film an. Herausgekommen ist ein Dokumentarfilm, der auch über Deutschland hinaus Beachtung findet: Inzwischen wurde er sogar für Aufführungen in Frankreich übersetzt.

Holten die Film-Doku nach Detmold: Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink (v.l.), Dr. Evelyn Tegeler, stellvertretende Direktorin der VHS Detmold-Lemgo, Werner Müller, Regisseur des Films „Mich kriegt ihr nicht!“, Stadtarchivar a. D. Dr. Andreas Ruppert und Sylvia Seydler-Müller. Foto: Stadt Detmold

Ausstellung im Foyer des Rathauses „Ich kam allein…!“

Die Ausstellung ist vom 23. Januar - 24. März 2017 montags bis donnerstags von 8:00 bis 17:00 Uhr und freitags von 8:00 bis 13:00 Uhr im Rathaus zu besichtigen. Weitere Termine nach Vereinbarung.

Was bedeutet es für ein Kind, seine Eltern, Geschwister und Freunde zurücklassen zu müssen? Was bedeutet es für Kinder, in ein unbekanntes Land zu reisen, ohne Gewissheit, dort Unterstützung zu finden? Was bewegt die Eltern, ihre Kinder außer Landes zu bringen, in der trügerischen Hoffnung, ihnen bald selbst folgen zu können? 

Das Schicksal jüdischer Kinder, die vielfach über Großbritannien Deutschland verlassen und überleben konnten, berührt. Der Detmolder Fritz Herzberg floh als 18jähriger. Seine nächsten Angehörigen, die gehofft hatten, Fritz würde ihnen den Weg ins Ausland ebnen können, wurden ermordet. Gleichermaßen anrührend ist das Schicksal junger Flüchtlinge, die heute unbegleitet Schutz in der westlichen Welt suchen. In Detmold leben Kinder aus Krisengebieten, die unsere Unterstützung benötigen. 

Der Ortsverband Detmold des Deutschen Kinderschutzbundes, der die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Stadt/Stadtarchiv nach Detmold geholt hat, möchte die Brücke schlagen in die Gegenwart und auf das Schicksal geflüchteter Kinder aufmerksam machen – auf ihre Fluchtgeschichte, ihre Ängste und ihre Hoffnungen. 2017 wie einst 1939.

Der Dank gilt Shafiqullah (17 Jahre aus Afghanistan), Rama und Maha (beide 15 Jahre aus Syrien), die für die Ausstellung ihre persönliche Geschichte erzählt haben. 

Nach dem Ende der Ausstellung im Rathaus können die sechs Info-Tafeln, die das bewegende Schicksal Fred Herzbergs beschreiben, von Schulen und interessierten Initiativen vom Stadtarchiv Detmold entliehen werden.

Fred Herzberg lebte bis zu seinem Tod mit dem Gefühl, versagt zu haben, da er seine Familie nicht hatte retten können, und zudem mit seiner eigenen "Überlebensschuld". 1947 emigrierte er zu seinem Onkel Hugo und dessen Frau Hilde in die USA. Er trat in dessen Schmuckgroßhandel in St. Louis ein und versuchte, sich einem neuen Leben zu widmen. Es war für Fred Herzberg undenkbar, jemals wieder deutschen Boden zu betreten. Dieses Versprechen hielt er zeit seines Lebens ein. 1950 heiratete er Lottie Jacobs (früher Jacobsthal), die ebenfalls mit einem Kindertransport aus Deutschland hatte fliehen können. Allerdings war sie nach Schweden gelangt. Nach nur wenigen Jahren starb Lottie Herzberg 1956 an einer psychosomatischen Erkrankung, die auch Fred in der Verfolgungszeit begründet sah. 1959 heiratete er zum zweiten Mal: Auch Lore Muller aus Hamburg hatte als Kind nach England flüchten können, ebenso ihr jüngerer Bruder Claud (früher Klaus), der wie Fred zunächst in Dovercourt aufgenommen worden war. So verbanden sich ihre Lebenswege in den tragischen Ereignissen ihrer Vergangenheit. 1961 kam Freds und Lores Tochter Joanne zur Welt, die nun den Namen ihrer Großmutter Johanna trug. Über die Vergangenheit und das eigene Schicksal, das von der Katastrophe zerrissen worden war, sprach Fred Herzberg erst in hohem Alter und nur auf beharrliches Drängen der Enkelgeneration seiner einstmals großen Familie. Die über 400 Briefe und Postkarten seiner ermordeten Eltern und vieler Verwandter hatte er sorgsam aufbewahrt - und stets für sich behalten. Erst nach seinem Tod im Jahre 2008 wurde offenbar, was sich darin verbarg und welche Reise er 1939 angetreten hatte, im Laufe derer aus Fritz Fred wurde und die ihn nicht mehr nach Hause zurückführte.  

Impulsreferat "Europas Zukunft hat Vergangenheit. Zeitzeugen"

Detmolds Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink sprach am zweitenTag der Europakonferenz über die Vergangenheit Europas, deren Zivilisationsbrüche und die Verantwortung, die für die Zukunft daraus erwächst. Die Vortrag liegt in deutscher und englischer Fassung vor.   

Geschichtswettbewerb

Der größte historische Forschungswettbewerb für Jugendliche in Deutschland wird alle zwei Jahre ausgeschrieben. Schirmherr ist der jeweilige Bundespräsident. Die Körber-Stiftung aus Hamburg organisiert ihn. Das Landesarchiv NRW, Abt. OWL, unterstützt den Wettbewerb. Das Stadtarchiv Detmold hilf mit Unterlagen und Beratung.

Der Wettbewerb richtet sich an Kinder und Jugendliche aller Schulformen bis 21 Jahre. Jede Ausschreibung hat ein neues Motto, zu dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich ihr persönliches Forschungsfeld suchen. Die Schülerarbeiten müssen im lokalen oder regionalen Umfeld liegen. Sie können auch die Geschichte der eigenen Familie aufarbeiten.

Hier geht es zum Geschichtswettbewerb: Geschichtswettbewerb 

Anschrift

Stadtarchiv Detmold
Willi-Hofmann-Straße 2
32756 Detmold
stadtarchivdetmold.LOESCHE_DIES.de
Empfang: Tel. 05231 / 766-0 

Öffnungszeiten des Lesesaals

Mo 8:00-19:00 Uhr
Di, Mi, Do 8:00-16:00 Uhr
Fr 8:00-13:00 Uhr

Bestellung von Archivalien aus den Magazinen

Mo, Di, Mi, Do
9:00, 10:00, 11:00,
12:00, 13:30, 14:30 Uhr

Fr 9:00, 10:00, 11:00,
11:30 Uhr

Beratung

Beratung nach vorheriger Terminabsprache möglich.   

 

Historisch

783: Der Name Detmold wurde als „Theotmalli“ zum ersten Mal in einem Bericht über eine Schlacht zwischen Franken und Sachsen erwähnt. Es handelt sich dabei allerdings nicht um die heutige Stadt Detmold. Das Detmolder Stadtgebiet wurde erst später besiedelt.

Ab 1194: Bau der Falkenburg als erster Sitz der Edelherren zur Lippe auf dem Territorium ihrer sich allmählich verfestigenden Landesherrschaft. Die Höhenburg im Ortsteil Berlebeck war bis zum Brand Mitte des 15. Jahrhunderts ein Zentrum der herrschaftlichen Macht.

Vermutlich verlieh Edelherr Bernhard III. zur Lippe vor 1265 der Siedlung an seiner an der Oberen Werre gelegenen Burg die Stadtrechte.

1305: Älteste erhaltene Urkunde aus Detmold, ausgestellt von den Bürgermeistern und der Bürgerschaft der Stadt „Detmelle“.

1447: Zerstörung Detmolds in der „Soester Fehde“ durch kölnische Truppen. Wenig später wurde die Burg zur stärksten Festung des Landes ausgebaut.

1528 erfolgte die Erhebung der Edelherren zur Lippe zu Grafen.

1538: Im Zuge der sich ausbreitenden Reformation wurden die lippischen Pfarrer in die Detmolder Kirche geladen, um sie in die Regeln des neuen Bekenntnisses einzuweisen.

1547: Dem großen Stadtbrand fielen etwa 70 Gebäude zum Opfer.

Um 1590 hatte Detmold etwa 700 Einwohner.

Zwischen 1653 und 1661 wurden in Detmold 19 Personen unter Verdacht auf Hexerei zum Tod verurteilt.

1605 führte der Calvinist Graf Simon VI. das reformierte Bekenntnis ein.

1789: Die Grafen zur Lippe wurden vom Kaiser zu Fürsten erhoben.

Um 1835 lebten etwa 4000 Menschen in der Stadt Detmold.

Während der Revolution von 1848 forderten Bürger vor dem Schloss demokratische Rechte.

1875: Kaiser Wilhelm I. weihte das Hermannsdenkmal ein. Es soll an die siegreiche Schlacht der einheimischen Cherusker gegen römische Legionen erinnern. Bereits 1838 war der Grundstein für das Denkmal gelegt worden.

1880: Mit der Eröffnung der Strecke nach Herford erhielt Detmold Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1895 wurde die Bahnstrecke nach Altenbeken verlängert.

1917 starben 72 Menschen, zumeist jugendliche Arbeiterinnen, bei einem Explosionsunglück in einer Munitionsfabrik, die Rüstungsgüter für den Ersten Weltkrieg herstellte.

Zwischen der Jahrhundertwende und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs verdoppelte sich die Einwohnerzahl der Kernstadt von 12.000 auf fast 23.000.

1938 zerstörten Nationalsozialisten die Synagoge. In der Zeit des NS-Regimes wurden mehr als 160 Menschen aus Detmold aus rassischen, religiösen und politischen Gründen ermordet, viele weitere wurden verfolgt.

Als Anfang April 1945 amerikanische Truppen die Stadt einnahmen, endete für Detmold der Zweite Weltkrieg. Wenige Wochen später folgte die britische Rheinarmee als Besatzungsmacht.

1947: Lippe schloss sich nach erfolgreichen Verhandlungen als dritter Landesteil Nordrhein-Westfalen an. Die Stadt wurde Sitz der Bezirksregierung Detmold.

1966: Eröffnung des LWL-Freilichtmuseums auf dem Gelände des ehemaligen fürstlichen Tiergartens.

1970: Bei der Kommunalen Neugliederung schlossen sich 25 Gemeinden mit der Stadt Detmold zusammen. Die Bevölkerungszahl wuchs von 30.000 auf 63.000 an.

1995: Beginn des Abzugs der britischen NATO-Streitkräfte.

2009: Die Ausstellung „Mythos“ klärte 1000 Jahre nach dem Kampfgeschehen über den historischen Hintergrund der Varusschlacht auf.