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2026

Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt

Stadtgeschichtliches Projekt zur Stadtsanierung in Detmold

Samstag, 12. September 2026, 14:00 Uhr, Treffpunkt: Landestheater Detmold

Als Detmold die goldene Plakette gewann! Stadtrundgang auf den Spuren der Stadtplanerin Elisabeth Steichele, Zum Tag des Offenen Denkmals mit Dr. Bärbel Sunderbrink und Friedrich Brakemeier

1979 wurde Detmold Bundessieger im Wettbewerb „Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau“. Mit der Auszeichnung wurde der Einsatz einer kritischen Bürgerschaft und der Abschied von einer überdimensionierten Expertenplanung belohnt. Wie sich die Stadt der Wettbewerbskommission präsentierte, welche Ideen und Umsetzungen gezeigt wurden und was die Kommission besonders beeindruckte, erfahren Sie auf dem Weg vom Landestheater durch die Altstadt zum Neuen Palais. Im Mittelpunkt steht die Stadtplanerin Elisabeth Steichele, die maßgeblich am Erfolg des Denkmalwettbewerbs Anteil hatte.

Freitag, 16. Oktober 2026, 14:00 Uhr, Treffpunkt: Parkplatz Thüringerstraße (Spork-Eichholz)

Wanderung auf der geplanten Südumgehung
mit Uwe Feist und Mitgliedern des Stadtgeschichtlichen Projekts

Die Planungen für die Detmolder Südumgehung erhitzten in den 1980er Jahren die Gemüter in Politik und Stadtgesellschaft. Vorgesehen war eine mehrspurige Straße, die direkt am Freilichtmuseum entlang und über eine Brücke in Richtung Heidenoldendorf geführt werden sollte. Wurde im letzten Jahr der geplante Verlauf der Südumgehung westlich der Inselwiese begangen, soll diesmal der östliche Streckenverlauf zwischen Schönemark und Paderborner Straße vorgestellt werden. Auf einer ca. zweistündigen Wanderung auf Teilstücken der vorgesehenen Trasse werden die Planungen und die Widerstände dagegen vor Augen geführt.

Dienstag, 17. November 2026, 18:00 Uhr, Stadtarchiv Detmold, Willi-Hofmann-Str. 2

Die „Bürgeraktion Stadtsanierung“ wird Geschichte. Eine Bilanz
mit Frank Budde, Friedrich Brakemeier, Dr. Bärbel Sunderbrink und Mitgliedern des Stadtgeschichtlichen Projekts

2026 hat sich der 1973 gegründete Verein „Bürgeraktion Stadtsanierung“ aufgelöst. Seine Impulse haben wesentlich dazu beigetragen, dass weite Teile der historischen Altstadt Detmolds erhalten geblieben sind. Bürgerinitiativen konnten vor 50 Jahren technokratische Bauexperten kaum stoppen. In der Rückschau weiß man aber, dass Städte, die ihre historische Bausubstanz den modernen Zweckbauten geopfert haben, langfristig unter einem Identitätsverlust leiden. Hat sich der Einsatz der „Bürgeraktion Stadtsanierung“ in Detmold gelohnt? Dieser Frage gehen Zeitzeugen und Mitglieder des Stadtgeschichtlichen Projekts nach und geben einen Überblick, welche Projekte der Stadtplanung verhindert werden konnten, welche aber auch gegen bürgerschaftliche Proteste umgesetzt wurden.

Das stadthistorische Projekt zur Stadtsanierung

1972 gründete sich in Detmold die „Bürgeraktion Stadtsanierung“, um den Abriss großer Teile der Altstadt und eine autogerechte Umgestaltung der Stadt zu verhindern. Die engagierte Bürgerschaft setzte sich erfolgreich gegen die Pläne des Stadtplaners Friedrich Spengelin und eine überdimensionierte Verkehrsführung durch die Innenstadt zur Wehr. Heute dokumentiert ein Bürgerprojekt unter Leitung von Altbürgermeister Friedrich Brakemeier und Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink diese bewegte Zeit und lädt zur Beteiligung ein.

2025

Detmold trotzt dem Gigantismus in der Stadtplanung

Wie Bürgerengagement und Bürgeranwalt dem Stadtbild und den Menschen halfen

Tiefes heftiges Schnarchen Detmolder Bürger, jäh unterbrochen durch den ohrenbetäubenden Lärm ratternder Baumaschinen – diese Geräuschkulisse bekamen jetzt die Besucher einer Veranstaltung über die Stadtsanierung in Detmold zu hören. Das Tondokument aus dem Jahr 1988 stammte vom WDR, der seinerzeit mehrfach über das seinerzeitige größte Politikum in Detmold berichtet hatte – den Ausbau der Ortsdurchfahrt im Zuge der Paulinenstraße. Bundesweite Aufmerksamkeit erhielt die Residenzstadt, weil sie damals angesichts der zu erwartenden Probleme einen Bürgeranwalt eingestellt hatte. „Stadt bezahlt ihren eigenen Kritiker“ titelte seinerzeit die Bildzeitung, als Helmut Trost als „Mann für alle Fälle“ seine Arbeit aufnahm. Zusammen mit Altbürgermeister Friedrich Brakemeier berichtete Trost, später Bürgermeister in Flensburg, jetzt im Rahmen eines stadtgeschichtlichen Projektes über die damaligen Konflikte. Illustriert mit vielen historischen Filmdokumenten und Fotos wurde herausgearbeitet, mit welchen Aktionen an der Großbaustelle auf die Nöte der Kaufleute, Anwohner und Verkehrsteilnehmer reagiert wurde.

Friedrich Brakemeier hatte bei der Veranstaltung im Stadtarchiv vorab detailliert dargestellt, wie sich die Auseinandersetzung um die geplante Südumgehung entwickelt hatte, bis diese dann 1985 zu den Akten gelegt wurde. Fortan ging es darum, den Verlauf und die Ausgestaltung des Innenstadtringes mit Paulinen- und Hornscher Straße so zu planen, dass sie stadtverträglich blieb, eine überdimensionierte Vierspurigkeit vermieden und die drohende Flächensanierung verhindert wurde. Das Engagement Vieler zahlte sich aus - die Stadt Detmold erhielt eine Goldmedaille für die vollständige Umorientierung der früheren Planungskonzeption. Insbesondere die „Bürgeraktion Stadtsanierung“, deren frühere Sprecherin Hildegard Fink ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm, habe sich hier große Verdienste erworben, so Trost und Brakemeier.

Die Einstellung des Bürgeranwalts war seinerzeit in der Stadtgesellschaft hoch umstritten, auch aus Teilen der Verwaltung gab es Gegenwind. Gleichwohl setzte sich diese Idee 1987 durch. Mühselige Streetworker-Arbeit im Umfeld der Baugruben, unzählige Aufklärungsveranstaltungen und spektakuläre Aktionen prägten die Arbeit von Trost. Großes Aufsehen erregte die Errichtung der sogen. „Trostbrücke“ durch die Bundeswehr. Sie wurde über den Kanal gebaut und half, vom Publikumsverkehr abgeschnittene Kaufleute erreichbar zu halten. Fünf Jahre dauerte Detmolds größte Innenstadtbaustelle In Jahrzehnten.

„Detmold hätte heute nicht die Stadtqualitäten, die sie heute auszeichnet, wenn es das Bürgerengagement in den 70er und 80er Jahren nicht gegeben hätte“, so das Fazit von Brakemeier und Trost. Einen Bürgeranwalt hat es jedoch nie wieder gegeben, auch wenn mancher Besucher meinte, dass man ihn angesichts vieler Baustellensituation in Detmold gut gebrauchen könnte. 

Ausbau der Paulinenstraße - ein Politikum für Detmold

Stadtgeschichtliches Projekt: Vortrag und Diskussion mit

Friedrich Brakemeier und Helmut Trost am 18. November im Stadtarchiv

 

Im Rahmen des stadtgeschichtlichen Projekts „Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt“ lädt die Projektgruppe am Dienstag, 18. November, um 18 Uhr zu dem Vortrag „Der Ausbau der Paulinenstraße - ein Politikum für Detmold“ in das Stadtarchiv Detmold, Willi-Hofmann-Straße 2, ein.

Nachdem 1985 die Planungen einer Südtangente um Detmold endgültig zu den Akten gelegt worden war, sollte der anschließende Ausbau der Ortsdurchfahrt Paulinenstraße und Hornsche Straße zum neuen Politikum in Detmold werden. Rat und Verwaltung der Stadt Detmold hatten sich für die zu erwartenden Proteste und Probleme bei dem Bauvorhaben eine bis dato nicht bekannte Funktionsstelle einfallen lassen.

Ein Bürgeranwalt wurde gesucht und gefunden. Der damalige „Mann für alle Fälle“, Helmut Trost, und Alt-Bürgermeister Friedrich Brakemeier erinnern mit Filmaufzeichnungen und Fotos an die große Straßenbaumaßnahme und diese in damaliger Zeit einmalige Begleitung und Betreuung der betroffenen Anliegerinnen und Anlieger, Bürgerinnen und Bürger.

Ansprechpartnerin für das stadtgeschichtliche Projekt ist die Leiterin des Detmolder Stadtarchivs, Dr. Bärbel Sunderbrink, unter der Mailadresse stadtarchiv@detmold.de oder telefonisch unter 05231/766-110.

Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt 2/2025

Freitag, 12. September 2025, 15:00-17:00 Uhr, Treffpunkt: Lange Straße / Grabenstraße

80 Jahre Kriegsende in Detmold

Stadtrundgang mit Dr. Bärbel Sunderbrink und Friedrich Brakemeier

Zum Tag des Offenen Denkmals erinnern Altbürgermeister Fritz Brakemeier und Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink an das Ende des Zweiten Weltkriegs. Als die Amerikaner am 4. April 1945 in Detmold einmarschierten, kamen sie in eine Stadt, die vom Luftkrieg weitgehend verschont geblieben war. Wenn auch weniger präsent als in anderen Städten, hat der Kriegsgeschehen dennoch Spuren hinterlassen, die bei dem ca. 1 ½-stündigen Gang durch die Stadt vorgestellt werden.

Freitag, 10. Oktober 2025, 16:00-18:00 Uhr, Treffpunkt: Detmolder Hof

"Das ist alt — kann das weg?"

Stadtrundgang mit Frank Budde

In Detmold haben sich über Generationen hinweg Menschen mit der Frage beschäftigt, wie mit bestehenden Gebäuden umzugehen sei. Dabei spielten sowohl äußere Einflüsse wie Kriege oder Brände als auch der Wandel von Anforderungen und ästhetischen Vorstellungen eine Rolle. Immer wieder wurde entschieden, ob Gebäude erhalten, verändert oder ersetzt werden sollten. Der Stadtrundgang zeigt anhand ausgewählter Beispiele und Vorher-Nachher-Vergleiche, wie diese Entscheidungen das Stadtbild geprägt haben.

Dienstag, 18. November 2025, 18:00-19:30 Uhr, Stadtarchiv

"Der Ausbau der Paulinenstraße — ein Politikum für Detmold"

Vortrag und Diskussion mit Friedrich Brakemeier und Helmut Trost

Nachdem 1985 die Planung einer Südumgehung zu den Akten gelegt worden war, sollte der Ausbau der Ortsdurchfahrt (B 239) über die Lagesche Straße, die Paulinenstraße und die Hornsche Straße zum neuen Politikum werden. Rat und Verwaltung der Stadt Detmold hatten sich für die zu erwartenden Proteste und Probleme bei dem Bauvorhaben eine bis dato nicht bekannte Funktionsstelle einfallen lassen: einen Bürgeranwalt. Der damalige „Mann für alle Fälle" Helmut Trost und Altbürgermeister Friedrich Brakemeier erinnern mit Filmaufzeichnungen und Fotos.

Dienstag, 9. Dezember 2025, 18:00-19:30 Uhr, Stadtarchiv

Spannende Nachlässe & Quellen: Die Stadtsanierung im Stadtarchiv

Vortrag von Dr. Bärbel Sunderbrink, Petra Schröder-Heidrich und Friedrich Brakemeier

Die Jahre nach der Kommunalen Neugliederung 1970 waren für die Stadtentwicklung

Detmolds einschneidend. Überdimensionierte Planungen wurden angestoßen, die das

Gesicht der Stadt vollkommen verändert hätten. In der Stadtverwaltung entstanden Berge von Akten zur Stadtsanierung, die heute in den Magazinen des Stadtarchivs aufbewahrt werden. Aber auch die Unterlagen von Mitgliedern der „Bürgerinitiative Stadtsanierung" sind inzwischen ins Archiv gelangt. Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink, Petra Schröder-Heidrich und Altbürgermeister Fritz Brakemeier berichten, wie es oft von Zufällen abhängt, dass Unterlagen für die Nachwelt gerettet werden können. Sie zeigen Fotos, Pläne und andere Originaldokumente zur Stadtsanierung und wie man sie interpretieren kann.

Das stadtgeschichtliche Projekt zur Stadtsanierung

1972 gründete sich in Detmold die „Bürgeraktion Stadtsanierung", um den Abriss großer Teile der Altstadt und eine autogerechte Umgestaltung der Stadt zu verhindern. Die engagierte Bürgerschaft setzte sich erfolgreich gegen die Pläne des Stadtplaners Friedrich Spengelin und eine großflächige Verkehrsführung durch die Innenstadt zur Wehr. Heute dokumentiert ein Bürgerprojekt unter Leitung von Altbürgermeister Friedrich Brakemeier und Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink diese bewegte Zeit und lädt zur Beteiligung ein.

2024

Informationen zum Stadtgeschichtlichen Projekt

Stadtsanierung in Detmold: Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt

In den 1970er Jahren gab es in Detmold städtebauliche Planungen, die nach einer möglichen Realisierung die historische Altstadt weitgehend zerstört hätten. Die Vorschläge des Stadtplaners Spengelin wurden als größte städtebauliche Entwicklung gefeiert. Abbruch statt Erhaltung und Sanierung galt als Aufbruch in die Moderne und wäre der Aufbruch in die Betonzeit geworden: Flachdachbebauung mit Tiefgaragen, eine vierspurige Ringstraße um die historische Innenstadt, die Leopoldstraße sollte die „Kö“ Detmolds werden mit einem Grünstreifen in der Mitte.

Doch der Widerstand formierte sich: Im Zweiten Weltkrieg war Detmold weitestgehend von Zerstörungen verschont geblieben und die historische Altstadt war erhalten geblieben. Der Zeitgeist Anfang der 1970er Jahre hieß jedoch „autogerechte Stadt!“ Aus zum Teil persönlicher Betroffenheit heraus, aber vor allem aufgrund bürgerschaftlicher Verantwortung für den Erhalt der historischen Bausubstanz gründete sich im Februar 1973 die „Bürgeraktion Stadtsanierung“. Als Symbol für die drohende Zerstörung der Innenstadt gilt der Abriss des „Petrischen Palais“ am heutigen Hasselter Platz. Der Abriss konnte nicht verhindert werden, aber erhöhte den Druck aus der Bürgerschaft auf die Ratsparteien und führte zum Umdenken der politischen Entscheidungsträger.

Mitmachen erwünscht!
Gebeten wird um die aktive Mithilfe der Detmolder Bürgerinnen und Bürger, die noch über persönliche Erinnerungen, Fotos oder Dokumente verfügen.

Ansprechpartner:
Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink per Mail stadtarchiv@detmold.de
oder Friedrich Brakemeier per Telefon 05231 59920 

 

 

 

Ausstellung an der Bruchmauerstrasse eröffnet

Im Rahmen des Stadtgeschichtlichen Projektes wurde jetzt die Outdoor-Ausstellung „Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt“ an der Bruchmauerstraße eröffnet.

Zu sehen sind auf neun Bannern städtebauliche Planungen, die nach einer möglichen Realisierung die historische Altstadt weitgehend zerstört hätten. Es wird dargestellt, wie die Flächensanierung und überzogenen Straßenplanungen nach 1970 durch Widerstand aus der Bürgerschaft und die Gründung der Bürgeraktion Stadtsanierung verhindert werden konnten.

Die Besucher:innen, unter anderem Zeitzeugen, folgten den Ausführungen von Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink und Alt-Bürgermeister Friedrich Brakemeier, der als junges Ratsmitglied in den 1970er Jahren die autogerechten Planungen bereits kritisch begleitete. Aus der großen Fülle der im Stadtarchiv verwahrten Unterlagen haben die Mitglieder des Stadtgeschichtlichen Projekts einige zentrale Dokumente ausgewählt.

Zu sehen sind historische Luftbilder, die den Prozess der Stadtsanierung nachzeichnen, die Pläne Externer Stadtplaner für das Gebiet der östlichen Innenstadt und Architekturzeichnungen, die z.B. eine gigantische Brücke über die Hornsche Straße zeigen. Welche Auswirkungen die Einschnitte in die historische Bausubstanz hatten, wird z.B. am Hasselter Platz gemacht. Der Abriss des Petri-Palais 1973 hat zum Umdenken der Kommunalpolitik beigetragen. Die Verkehrsproblematik wird am Beispiel des Hornschen Tors plausibel gemacht. Dort hatte die Stadt bereits den Lippische Hof angekauft, um ihn für den Straßenausbau abzureißen.

Ausstellung an der Bruchmauerstrasse

Im Rahmen des stadtgeschichtlichen Projektes „Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt“ lädt die Projektgruppe am Freitag, 26. April um 15 Uhr zur Eröffnung der Outdoor-Ausstellung „Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt“ an der Bruchmauerstrasse ein.
In den 1970er Jahren gab es in Detmold städtebauliche Planungen, die nach einer möglichen Realisierung die historische Altstadt weitgehend zerstört hätten. Abbruch statt Erhaltung und Sanierung galt als Aufbruch in die Moderne und wäre der Aufbruch in die Betonzeit und autogerechte Stadt geworden. Auf mehreren Schautafeln stellen die Mitglieder der Projektgruppe die Ergebnisse ihrer bisherigen Recherchen vor. Es wird dargestellt, wie die Flächensanierung und überzogenen Straßenplanungen nach 1970 verhindert werden konnten. Gesucht werden nach wie vor Bürgerinnen und Bürger, die noch historische Fotos und Erinnerungen an diese spannende politische Zeit in Detmold beisteuern können.
Ansprechpartnerin ist die Leiterin des Detmolder Stadtarchivs Dr. Bärbel Sunderbrink unter der Mailadresse stadtarchiv@detmold.de oder telefonisch unter 05232 766-110.

Termine 1/2023


Auftaktveranstaltung
Stadtsanierung in Detmold: Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt
Dienstag, 21.03.2023 um 18:00
Vorstellung des Projektes und Aufruf zum Mitmachen
Rathaus am Markt, Großer Sitzungssaal, Marktplatz 5

Dr. Bärbel Sunderbrink (Leiterin Stadtarchiv Detmold), Friedrich Brakemeier (Altbürgermeister) und Petra Schröder-Heidrich berichten über das Projekt und erläutern, wie Bürger:innen mit persönlichen Erinnerungen, Fotos oder Dokumenten beitragen können verfügen.


Die bauliche Situation um 1970 in Detmold: Planungsauftrag und Grundlagen
18. April 2023 um 18:00
Bildervortrag und Diskussion mit Dr. Hans-Joachim Keil
VHS Detmold, Vortragsraum, Krumme Straße 20

Dr. Hans-Joachim Keil hat anhand historischer Fotos und Pläne aus dem Stadtarchiv und der Lippischen Landesbibliothek die Situation der Detmolder Altstadt zu unterschiedlichen Zeitepochen dokumentiert. So entsteht ein Eindruck davon, wie die Stadt vor dem Beginn der Sanierungsmaßnahmen aussah.


Historische Filme einer Zeitzeugin
16. Mai 2023 um 18:00
Filmvorführung und Diskussion
VHS Detmold, Vortragsraum, Krumme Straße 20

Die Hobby-Filmerin Lieselotte Heldmann hat in den 1970er Jahren die Veränderungen in der Stadt auf Super8 festgehalten. Die beiden Dokumentarfilme „Lippe-Detmold eine wunderschöne Stadt“ und „Eine kleine Residenz mausert sich“ dokumentieren, wie die Modernisierungswelle auf das idyllische Stadtbild prallte.

 

Enge Durchfahrtstraßen und gigantische Stadtsanierungspläne in Detmold - Was ist aus den Vorschlägen des Wortmann Gutachtens aus dem Jahr 1967 geworden?

Stadtrundgang am Dienstag, 20. Juni 2023 18 Uhr

im Rahmen des Projektes „Stadtsanierung Detmold vor 50 Jahren“ des Stadtarchivs Detmold

Treffpunkt: Parkplatz vor der Bibliothek der Hochschule für Musik, Hornsche Straße 39, Detmold

Hans-Joachim Keil bietet eine Führung entlang der Bundesstraße 239 von der Landesbibliothek Detmold zur Sparkasse Detmold (Ecke Paulinenstraße/Bielefelder Straße) an.
Keine Teilnahmegebühr.

Vor dem Rundgang können die Teilnehmer kostenlos die Smartphone-App „Detmold – früher und heute: Hornsche Straße / Paulinenstraße“ auf ihr Smartphone oder ihr Tablet herunterladen. Die App zeigt historische und aktuelle Fotos der Grundstücke entlang der Rundgang-Strecke.
Wenn Sie an der App Interesse haben, senden Sie bitte eine Email an: hj.keil@t-online.LOESCHE_DIES.de

 


Stadtführung: Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt
15. August 2023 – 18:00 – 19:30 Uhr
Treffpunkt VHS Detmold, Krumme Straße 20

Fritz Brakemeier hat Anfang der 1970er Jahre als junger Kommunalpolitiker selbst das schwierig Umsteuern in der Baupolitik erlebt. Er stellt gelungene und misslungene Maßnahmen im Sanierungsgebiet vor und zeigt am Beispiel des Hasselter Platzes, wie die Verkehrsführung der Zukunft aussehen sollte.  

Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation mit der VHS Detmold-Lemgo statt. Der Eintritt ist frei.

 

 

Im Herbst folgen weitere Termine.

Vor 50 Jahren wurde das Petri-Palais abgerissen

Dr. Bärbel Sunderbrink, Stadtarchiv Detmold

Der Abriss der östlichen Altstadt war längst beschlossene Sache, als sich 1972 spontan die „Bürgeraktion Stadtsanierung“ zusammenfand. Ihr Ziel: die Verhinderung einer Flächensanierung und Rettung der historischen Bausubstanz.

Der Plan einer autogerechten Stadt ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen hatte zahlreiche Bürger_innen aktiviert. Sie protestierten gegen die Entwürfe des renommierten Stadtplaners Prof. Friedrich Spengelin (1923-2016), bekannt z.B. für den Wiederaufbau Helgolands. Sein Entwurf für das Sanierungsgebiet Detmold sah vor, mehr als 70 % der vorhandenen Bausubstanz abzubrechen und die Flächen durch gleichförmige, zum Teil vier- bis fünfgeschossige Gebäude zu ersetzen. 160 Haushalte waren von den Plänen betroffen. Die Bürger wollten an den Entscheidungen über ihr Quartier beteiligt werden und erreichten schließlich, dass der Spengelin-Entwurf nicht umgesetzt wurde.

Gleichzeitig bewegte ein weiteres Projekt die Bürger: eine Straßenbauplanung, die allein auf das Auto ausgerichtet war. Externe Verkehrsexperten hatten den Detmolder Kommunalpolitikern die Anlage eines orientierungsfreundlichen Stadtrings schmackhaft gemacht, und da die Politiker bei ihren Entscheidungen immer wieder von der Sorge getrieben waren, in die Provinzialität abzugleiten, folgten sie auch diesen Vorstellungen.

Leopoldstraße, Hornsche Straße und Paulinenstraße haben ihr Gesicht stark verändert, doch ein mehrspuriger „Verkehrsgraben“ konnte auch hier von der kritischen Bürgerschaft verhindert werden. Noch heute kann man am Hasselter Platz nachvollziehen, wie die Pläne aussahen: vier Fahrspuren, durch Grünstreifen getrennt, plus Abbiegespuren. Ursprünglich hatte es keine Unterführung unter der Bahnlinie gegeben. Um dort die großzügige Straße realisieren zu können, wurde im Dezember 1973 das Petri-Palais an der Langen Straße abgerissen. Das knapp 150 Jahre alte herrschaftliche Haus war von dem lippischen Regierungspräsidenten Petri errichtet worden. Bis zuletzt hatten Mitglieder der „Bürgeraktion Stadtsanierung“ für den Erhalt gekämpft. Sogar eine Besetzung des Gebäudes war in Betracht gezogen worden. Am Ende zählten finanzielle Argument, dass der Erhalt des inzwischen entkernten Gebäudes zu teuer gewesen wäre. Für den Straßenausbau wäre ein Abriss des Petri-Palais nicht zwingend notwendig gewesen. Das Palais Petri wurde somit zum Symbol des Widerstands gegen die Stadtzerstörung und ziert als Logo das Briefpapier der Bürgeraktion.

Seit etwa einem Jahr arbeitet eine Gruppe Ehrenamtlicher rund um Altbürgermeister Fritz Brakemeier und Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink am Thema Detmolder Stadtsanierung. Es werden Interviews mit Akteuren aus Verwaltung, Politik und Bürgerinitiativen durchgeführt und Unterlagen der Stadtverwaltung und private Quellen ausgewertet.

 

Die nächsten öffentlichen Veranstaltungen:

Vortrag und Diskussion:

„Detmold eine wunderschöne Stadt?!“

Planung der Stadtsanierung in der Nachkriegszeit bis 1970

Autogerechte Stadt contra quartiersgerechte Stadtplanung

16.01.2024 um 18:00 Uhr

Thomas Enzensberger
Stadtarchiv Detmold, Willi-Hofmannstr. 2

 

In den 1960er Jahren starteten die ersten Überlegungen zu einer umfassenden Stadtentwicklung. Thomas Enzensberger stellt die Vordenker eines Paradigmenwechsels in der Stadtplanung vor. Nachdem zunächst externe Planer wie Friedrich Spengelin in Detmold tätig wurden, übernahm eine Planungsgruppe um die Architektin Gertrud Enzensberger und den Architekten Hellfried Prollius die Quartiersentwicklung.

 

 

Vortrag und Podiumsgespräch
Widerstand aus der bürgerlichen Mitte – die Bürgeraktion Stadtsanierung

13.02.2024 um 18:00 Uhr

Dr. Bärbel Sunderbrink, Petra Schröder-Heidrich und Frank Budde

VHS Detmold, Vortragsraum, Krumme Straße 20

 

Die Detmolder Bürger*innen mischten sich in die Stadtplanungen der 1970er Jahre aktiv ein, gründeten 1973 die „Bürgeraktion Stadtsanierung“ und verhinderten die geplante Flächensanierung der Detmolder Innenstadt. Nach einer Einführung zur Entstehung der „Bürgeraktion“ wird in einem moderierten Gespräch über ihre spätere Wirksamkeit berichtet.

 

 

Vortrag und Diskussion

Innerstädtische Verkehrsplanung am Beispiel rund um den Hasselter Platz

12.03.2024 um 18:00 Uhr

Friedrich Brakemeier und Erhard Friesenhan

VHS Detmold, Vortragsraum, Krumme Straße 20

 

Detmold sollte im Rahmen eines Generalverkehrsplanes in den 1970er Jahren zur „autogerechten Stadt“ entwickelt werden. Die historische Bausubstanz sollte dafür zum größten Teil abgerissen werden. Wachsendes bürgerschaftliches Engagement stellte sich den „Gigantismus-Plänen“ erfolgreich entgegen, konnte aber den Abriss des Petrischen Palais 1973 nicht verhindern. Diese Entwicklung wird in einem Vortrag von Friedrich Brakemeier am Beispiel des Ausbaus der Leopoldstraße und der Neugestaltung des heutigen Hasselter Platzes dargestellt.

 

 

Stadtführung zur innerstädtischen Verkehrsplanung

Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt

Innerstädtische Verkehrsplanung am Beispiel rund um den Hasselter Platz
16.04.2024 um 18:00 Uhr

Friedrich Brakemeier

Treffpunkt VHS Detmold, Krumme Straße 20

 

Friedrich Brakemeier hat Anfang der 1970er Jahre als junger Kommunalpolitiker selbst das schwierig Umsteuern in der Baupolitik erlebt. Er stellt gelungene und misslungene Maßnahmen im Sanierungsgebiet vor und zeigt am Beispiel des Hasselter Platzes, wie die Verkehrsführung der Zukunft aussehen sollte.

 

 

Wanderung

Die Südumgehung

24.05.2024 um 14:00 Uhr

Friedrich Brakemeier und Dr. Bärbel Sunderbrink

Bushaltestelle Freilichtmuseum / Ende: Gasthof zum Donoper Teich (Linie 701)

 

Die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens für die Detmolder Südumgehung erhitzte in den 1980er Jahren die Gemüter in Politik und Stadtgesellschaft. Mit kreativem Protest wurde auf vielfältige Weise gegen die Pläne vorgegangen. Auf einer Wanderung auf Teilstücken der vorgesehenen Trasse mit Friedrich Brakemeier und der Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink werden noch einmal die Planungen und ihre Widerstände nachvollzogen.

 

 

Ausstellung Bruchmauerstraße „Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt“
26.04. – 30.09.2024
Eröffnung am 26.04.2024 um 15:00 Uhr

Dr. Bärbel Sunderbrink

 

An der Outdoor-Galerie an der Bruchmauerstraße stellen die Mitglieder des Stadtgeschichtlichen Projektes die Ergebnisse ihrer Forschungen vor. Es wird dokumentiert, wie die Flächensanierung und überzogene Straßenplanungen verhindert wurden.

 

Führung Ausstellung Bruchmauerstraße

Dienstag, 18. Juni um 18 Uhr

Dr. Bärbel Sunderbrink

 

 

 

Historische Filme einer Zeitzeugin: Filmvorführung und Diskussion

Im Rahmen des stadtgeschichtlichen Projektes „Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt“ werden am Dienstag, 16. Mai ab 18 Uhr im Vortragssaal der VHS Detmold, Krumme Straße 20 zwei historische Filme einer Zeitzeugin gezeigt.

Die Hobby-Filmerin Lieselotte Heldmann hat in den 1970er Jahren die Veränderungen in der Stadt auf Super8 festgehalten. Die beiden Dokumentarfilme „Lippe-Detmold eine wunderschöne Stadt“ und „Eine kleine Residenz mausert sich“ dokumentieren, wie die Modernisierungswelle auf das idyllische Stadtbild prallte. Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink unterlegt die Filme mit ergänzenden Informationen. Der Eintritt ist frei!

Der Vortrag ist die zweite Veranstaltung des stadtgeschichtlichen Projektes „Vom Gigantismus zur historischen Innenstadt“, welches sich mit den Sanierungs- und Verkehrsplanungen nach 1970 in Detmold beschäftigt. Nach der Auftaktveranstaltung im Detmolder Rathaus Ende März wird das Projekt jetzt mit Vortragsveranstaltungen und Stadtrundgängen im Sommer fortgesetzt.

Gesucht werden Bürgerinnen und Bürger, die noch historische Fotos und Erinnerungen an diese spannende politische Zeit in Detmold beisteuern können. Ansprechpartnerin ist die Leiterin des Detmolder Stadtarchivs Dr. Bärbel Sunderbrink unter der Mailadresse stadtarchiv@detmold.de oder telefonisch unter 05232 766-110.

Enge Durchfahrtstraßen und gigantische Stadtsanierungspläne in Detmold – Was ist aus den Vorschlägen des Wortmann Gutachtens aus dem Jahr 1967 geworden?

Stadtrundgang am Dienstag, 20. Juni 2023 18 Uhr

im Rahmen des Projektes „Stadtsanierung Detmold vor 50 Jahren“ des Stadtarchivs Detmold

Treffpunkt: Parkplatz vor der Bibliothek der Hochschule für Musik, Hornsche Straße 39, Detmold

Hans-Joachim Keil bietet eine Führung entlang der Bundesstraße 239 von der Landesbibliothek Detmold zur Sparkasse Detmold (Ecke Paulinenstraße/Bielefelder Straße) an.
Keine Teilnahmegebühr.

Vor dem Rundgang können die Teilnehmer kostenlos die Smartphone-App „Detmold – früher und heute: Hornsche Straße / Paulinenstraße“ auf ihr Smartphone oder ihr Tablet herunterladen. Die App zeigt historische und aktuelle Fotos der Grundstücke entlang der Rundgang-Strecke.
Wenn Sie an der App Interesse haben, senden Sie bitte eine Email an: hj.keilt-online.LOESCHE_DIES.de

 

 

Anschrift

Stadtarchiv Detmold

Postadresse
Marktplatz 5
32756 Detmold
stadtarchivdetmold.LOESCHE_DIES.de

Lesesaal
Willi-Hofmann-Straße 2
32756 Detmold

stadtarchivdetmold.LOESCHE_DIES.de
Empfang: Tel. 05231 / 766-0 

Öffnungszeiten des Lesesaals

Mo 8:00-19:00 Uhr
Di, Mi, Do 8:00-16:00 Uhr
Fr 8:00-13:00 Uhr

Bestellung von Archivalien aus den Magazinen

Mo, Di, Mi, Do
9:00, 10:00, 11:00,
12:00, 13:30, 14:30 Uhr

Fr 9:00, 10:00, 11:00,
11:30 Uhr

Beratung

Beratung nach vorheriger Terminabsprache möglich.